Ich bin glücklich!
Vor Jahren waren wir uns bei einem Ost-Europa-Meeting begegnet. Darauf hin war sie mit einer kleinen Gruppe aus Litauen im Jahr 2018 zum go4peace-Camp in Brno gekommen. Lange hatten wir nichts mehr voneinander gehört. In den Tagen nach Weihnachten erreichte mich ein Kartengruß, adressiert an unser dreiköpfiges go4peace-Team. Drei Nussknacker lächelten mir entgegen. „Diese Postkarte hat mich an euch drei erinnert. Wie die drei Könige sich auf den Weg gemacht haben, das Jesuskind zu besuchen, sind hier drei Nussknacker, die den Menschen Freude bringen! Danke, dass ihr diese Menschen seid, die das Licht Jesu in ihrem Herzen tragen und es mit vielen Menschen teilen – auch mit mir! Am Beginn eines jeden Monats schaue ich mir den go4peace-YouTubeShort-Impulsfilm an und jeden Morgen um 8 Uhr bringt mit mein Handi über die go4peace-App das Motto für den Tag. Und dieses Licht, das ich von euch empfange, teile ich Tag für Tag mit anderen.
Zu viert hatten wir uns auf den Weg gemacht, das Licht von Bethlehem in Wohnungen zu bringen. In einem Haus trafen wir auf eine ukrainische Familie. Oma und Opa waren vor wenigen Wochen aus der Ukraine zu ihrer Tochter und den Enkelkindern nach Deutschland gekommen. Im Licht der Kerze, die wir brachten, sah ich ihre gezeichneten Gesichter. Unsere Blicke begegneten sich. Eine tiefe Nähe war zu spüren. In der vergangenen Nacht waren sie alle in der Christmette. Sie haben kein Wort verstanden doch waren tief ergriffen von der warmherzigen Atmosphäre. Am Ende des Gottesdienstes stand ich dem alten Mann gegenüber. Ich schaute in seine Augen. Er strahlte mich an. Ich schaute ihn mit dem gleichen liebenden Herzen an. Verbale Kommunikation war nicht möglich. Und dennoch: Leben pur. In diesen 30 Sekunden geteilten Lebens brach Ewigkeit an. Tränen in unseren Augen. Weihnachten. Jesus lag nicht nur in der Krippe unserer Kirche, er war da – unter uns!
Ich hatte mich auf den Weg gemacht, aus einer benachbarten Stadt das Licht von Bethlehem zu holen. Es war ein nasskalter, stürmischer, unfreundlicher Tag. Als ich in die Kirche kam, verteilten Jugendliche gerade das Licht und ich konnte es sofort in meiner Sturmlaterne in Empfang nehmen. Mein Weg führte über einen grell erleuchteten Weihnachtsmarkt mit lauter Musik. Schweigend ging ich mit dem Licht zu meinem Auto und versuchte es gegen heftige Windböen zu schützen. Als ich es abends in unsere Kirche brachte und noch ein wenig verweilte, war ich sehr bewegt. Dieses flackernde, schutzbedürftige Licht war auf einmal wie ein Symbol für den verborgenen Gott in mir und in unserer Mitte. Wie schnell wird er „aufgeblasen“ durch Unachtsamkeit, Selbstbezogenheit und fehlende Wachsamkeit. „Dem Reich Gottes wird bis heute Gewalt angetan!“ kam mir in den Sinn. In aller Stille betete mein Herz: „Jesus, lass uns wachsam sein, damit wir deine Sehnsucht, bei uns sein zu wollen, nicht enttäuschen und verunmöglichen! Lass mich dich schützen, damit du in mir und unter uns nie erlischst.“