Zeugin des Lebens

Nach meiner regulären Arbeitszeit fuhr ich noch zu einer älteren Frau, um ihr zu helfen. Sie ist 86 Jahre alt, blind und lebt alleine. Ihr Enkel wohnt  im Haus, ist aber berufstätig. Sie hatte vor 5 Wochen eine schwere Operation durchzustehen und ist dadurch sehr an ihre Wohnung gebunden. Sie freute sich riesig über meinen Besuch.
Als ich schon fast wieder gehen wollte, sagte sie:"Ja, ja -  alles nicht so leicht." Mir war sofort klar: Sie wollte etwas erzählen. Also habe ich mich zu ihr gesetzt und ihre Hand genommen und dann ging es aber auch schon los. Vor 28 Jahren ist ihr Mann gestorben, elendig wie sie sagte, an einem Hirntumor. Während dieser Zeit fing sie an zu erblinden. Mittlerweile hat sie rechts ein Glasauge und links sieht sie noch knapp 5 Prozent. Kurz nach dem Tod ihres Mannes erkrankte sie an einem bösartigen Nierentumor und musste sich langwierigen OPs und Therapien unterziehen. Vor 5 Jahren dann starb ihr Sohn mitten in der Nacht an einem plötzlichen Herztod als er mit Freunden unterwegs war. Diese Nachricht wurde ihr von der Kripo überbracht. Jetzt hatte sie massive Herzrhythmusstörungen und musste lange auf der Intensivstation liegen... Sie sagte: "Ich hatte solche Angst, aber der da oben wollte mich doch noch nicht. Welch  ein Glück, sonst hätte ich Ihnen das alles nicht erzählen können und das hat so gut getan! Danke, kommen Sie bitte bald wieder!"
Ich war so bewegt! Diese arme Frau! Hab ich ein Glück, dass ich immer wieder so starke Persönlichkeiten kennen lernen darf. Für mich eine echte Zeugin. Diese Frau ist überhaupt nicht verbittert. Sie nimmt alles, wie es kommt - und lebt es!
PB

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