Lebens-Entdeckung pur!

Gerade hatte ich mir meinen Tagesplan zurecht gelegt. Bevor ich mich jedoch an das Tagewerk machte, betete ich kurz und bat Gott darum, in meinen Plänen immer offen für die Seinen zu bleiben. Das Telefon schellte. Eine Freundin aus einem benachbarten Land rief an. Ich erinnerte mich an das Monatsmotto: “Ganz persönlich!” So nahm ich das Telefon mit und setzte mich auf einen Stuhl, um durch die Arbeit auf dem Schreibtisch nicht abgelenkt zu sein.  Meine Gesprächspartnerin erzählte von ihren vergangenen Tagen. Am Fest der “Heiligen Familie” war sie in einem Gottesdienst gewesen. Ein Text aus dem Epheserbrief ging ihr sehr nach. “Ihr Frauen, ordnet euch euren Männern unter!” heißt es da. “Das hab ich nie verstehen können! Für mich war das immer eine totale Unterdrückung. Aber mehr und mehr beginne ich zu verstehen, dass hinter all dem der Lebensplan Gottes steckt. Gott hat den Mann mit einer bestimmten Natur ausgestattet und die Frauen ebenso. Die Männer haben die natürliche Veranlagung zu beschützen und wir Frauen müssen sie darin ganz stark machen! Wir können noch intensiver lieben. Aber durch die Gleichmachungs-Diskussion in vielen Ländern ist dieses Geheimnis verloren gegangen!” Aufmerksam hörte ich zu. Weiter erzählte mir die junge Frau eine Erfahrung, die sie neulich gelesen hatte: “Stell dir vor! Ein Mann hatte in die Familie betreffenden finanziellen Belangen eine falsche Entscheidung getroffen. Seiner Frau war sofort klar, dass der eingeschlagene Weg nicht gut gehen konnte, aber sie stand zu ihrem Mann. Nach einigen Wochen kam ihr Mann heim und erzählte, dass er durch seine Entscheidung eine Menge an Geld verloren habe. Seine Frau begann, ihm vorzurechnen, dass er in der Zeit, in der sie sich kannten, viel mehr richtige als falsche Entscheidungen getroffen habe und sie machte ihm Mut, diese Niederlage nicht zu schwer zu nehmen. Diese Reaktion hatte der Ehemann nicht erwartet. Sie stärkte ihn so sehr, weil er die Liebe seiner Frau in diesem Augenblick noch viel tiefer spürte als je zuvor. Seine Frau hatte sich ihm (aus Liebe!!!) untergeordnet und hatte so dazu beigetragen, dass die schwere Situation zu einer Vertiefung ihrer Liebe werden konnte!” - Als ich auflegte spürte ich, dass mir in diesem Telefonat so viel Lebenserfahrung von einem jungen Menschen geschenkt worden war, wie ich es kaum für möglich gehalten hatte. Und das war das erste Telefon-Gespräch. Es folgten noch drei weitere. Gottes Liebe ist eben immer - ganz persönlich!

Erfahrungen, unklar

Ich stieg nochmals aus!

In den nach-weihnachtlichen Tagen besuchte ich meine Mutter. Von einer adventlichen Aktion waren noch einige kleine Christstollen geblieben, die ich im Auto liegen hatte. Wir entschieden uns, an einem Nachmittag eine kleine Wallfahrt zu einem ca. 30 Kilometer entfernt gelegenen Marienwallfahrtsort zu machen, um betend und für andere einstehend unsere Zeit miteinander zu teilen. Als wir an der Kapelle ankamen, mußten wir schon nach kurzer Zeit den Kirchenraum wieder verlassen, da er - schon sehr frühzeitig am Tage - abgeschlossen wurde. Ein wenig verdutzt und enttäuscht - zugleich aber glücklich, dass wir noch kurz in der Kirche hatten beten können - standen wir draußen. “Wie kannst du jetzt lieben?” schoss es mir als Frage durch den Kopf. Einige weitere Kirchenbesucher kamen und standen nun vor der verschlossenen Tür. Schnell holte ich das Gebäck aus dem Wagen und bot allen Ankommenden noch einen kleinen Stollen an.  Jedes Mal schaute ich in erstaunte und frohe Gesichter. Als wir dann schon wieder im Wagen saßen, um heimzufahren, sah ich im Rückspiegel noch ein Ehepaar einen kleinen Fußpfad herauf kommen. Ich hielt abermals an, drehte, stieg aus dem Auto und rief dem Paar zu: “Kann ich Ihnen auch noch eine kleine nach-weihnachtliche Freude mit einem selbstgebackenen Christstollen machen?” - Der Mann reagierte und sagte: “Kennen wir uns nicht, als ich Deine Stimme gehört habe, war mir gleich klar wer du bist!” Vor mir stand ein Cousin mit seiner Frau, den ich über 20 Jahre nicht mehr gesehen hatte. Welche Freude, dass wir uns sehen und ein wenig plaudern konnten!

Erfahrungen, Ich bin glücklich!, Gemeinsam schaffen wir das!

Die Gnade des anvertrauten Leids

Lange hatten wir uns nicht gesehen. Es gab so viel zu erzählen und viel Schweres zu teilen. Die Zerrüttung  in ihrer Familie hatte noch keinen guten Weg gefunden. Eine schwere unvermutete psychische Krankheit war bei einer nahen Verwandten aufgetreten. Ihr Mann war arbeitslos geworden und kam mit diesem Schicksal nicht zurecht. Körperlich hatte sie auch zu kämpfen. Mehr und mehr spürte sie, wie sie sich über Jahre um Dringlichkeiten und Notwendigkeiten ihrer Familie gekümmert hatte und so keine Zeit dazu gefunden hatte, für die eigenen Bedürfnisse einzustehen. Auch diese Erkenntnis tat weh!  Ich merkte, wie gut es ihr tat, all das erzählen zu können und damit auf die Schultern eines brüderlichen Herzens zu legen. Dann waren wir auseinandergegangen. “Vielleicht sehen wir uns ja nochmals, bevor Du  zurückfliegst!” Dieser fast flehentliche Ruf blieb mir im Herzen. Nach Tagen voller Arbeit nahte mein Rückflug. Eine Stunde vorher würde ich es noch schaffen, bei ihr vorbei zu schauen. Eine Tasse Tee war schnell bereitet. Wir saßen am Tisch. “Weißt du?”, begann sie unvermittelt, “oft fühle mich so allein, so einsam und verlassen. Oft weiß ich gar nicht mehr weiter. Ich kenne nur wenige Menschen, die so viel Schweres durch zutragen haben, wie mein Mann und ich. Könnte es nicht mal ein Jahr geben, was mir ein wenig Ruhe und Hoffnung bringt?” Dann füllten sich ihre Augen mit Tränen. Ich öffnete mein Herz so weit ich konnte, um all diesen Schmerz in mich hinein zu nehmen. Ich schwieg lange. Immer mehr erzählte sie. Der Raum zwischen uns war offen... Dann mußte ich aufbrechen - zum Flughafen. Sie brachte mich hin. “Oh, wie gut es tut, Dir das alles sagen zu können!” sagte sie. “Und während ich Dir das alles anvertraut hab, was ich überhaupt nicht geplant hab, spürte ich, dass es noch unter dieser Einsamkeit und unter diesem Alleinsein etwas gibt, was mir sagt: ‘Du bist nicht allein!’ Da ist Gott. Ja, Jesus, den ich oft nicht spüre, er läßt mich nicht allein!. Aber ich habe es erst wieder gespürt, als ich Dir meinen Schmerz erzählt hab!”

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Mir war, als schließe sich ein Kreis!

Ich erfuhr, dass meine Oma auf der Intensivstation lag. - Ich war hin und hergerissen. Sollte ich sonntags noch hinfahren oder erst am Montag? Ich gab einem inneren Dränen nach und beschloss beim Mittagessen, sofort zu fahren und nicht bis Montag zu warten.
Als ich im Krankenhaus an der Intensivstation klingelte, sagte man mir, dass meine Oma auf eine normale Station verlegt worden sei. In diesem Zimmer angekommen, saß meine Patentante bei ihr. Ich sah, wie schlecht es meiner Oma ging. Sie atmete schwer und war schon zeitweilig kaum noch ansprechbar. Meine Tante mußte am späteren Nachmittag fahren. So entschied ich spontan, über Nacht zu bleiben, auch wenn ich dafür nichts mitgebracht hatte. Aber ich wollte sie in diesen schweren Stunden nicht allein lassen.
Der Krankenpfleger brachte mir einen Sessel ins Zimmer und auf meine Nachfrage, ob es in der Cafeteria wohl noch eine Kleinigkeit zu essen gäbe, war seine “Ich bringe ihnen gleich etwas zum Abendbrot, dann können Sie bei Ihrer Oma bleiben!”
So saß ich allein am Bett meiner Großmutter - eine sehr intensive Zeit. Ein wenig fürchtete ich mich vor dem, was kommen könnte, denn ich war in den letzten Augenblicken eines Menschen noch nie dabei gewesen... Und dann, wenige Minuten nach 21 Uhr starb sie in meinen Armen.
All meine Angst war in diesen Augenblicken weg. In mir war eine tiefe innere Ruhe, die mich ganz bei ihr sein ließ. Es war ein unglaublich ruhiger, friedvoller Übergang... - Spät abends  holte mich mein Onkel aus dem Krankenhaus ab und ich schlief in der Nacht in dem Gästezimmerchen, wo ich schon als Kind schlief. In diesem Zimmer, habe ich zum ersten Mal von Jesus gehört. Oma hatte mir von ihm erzählt! Hier hatte ich das erste Gebet meines Lebens gesprochen, das erste Mal - ganz kindlich -  Seine Nähe erfahren dürfen. Ich musste damals dort schlafen, weil meine Mutter im Krankenhaus lag und ich hatte große Angst... So habe ich durch meine Oma gelernt, schon als Kind mit allem zu Jesus zu gehen. Er wurde mein tiefster Halt.
Jetzt lag ich da in diesem Zimmer, wo meine Oma mir das erste Mal von Jesus erzählte, mit mir betete und eben noch, durfte ich ihre Hand halten, mit ihr beten und ihr von Jesus erzählen... Mir war, als schließe sich ein Kreis. Und ich spürte eine Liebe in allem - ganz persönlich!

Erfahrungen, Ich bin glücklich!

Ich habe zu danken!

In den letzten Wochen hatte ich eine Familie begleitet, die durch die akute Erkrankung des Mannes in arge Bedrängnis gekommen war. Existentielle Not tat sich auf. Ich fand einen Therapeuten, der die Muttersprache der Familie spricht. Er erklärte sich bereit,, uns noch trotz seines überfüllten Terminkalenders zu empfangen. Die Praxis lag nicht gerade in der Nähe, aber ich richtete es ein, dass ich die Familie mit dem Auto bringen konnte. Der Therapeut war sehr um uns bemüht, aber auch überrascht, dass ich mich “persönlich” so um diese Familie kümmerte. Glücklicherweise konnte er dem Mann etwas weiter helfen und die akute Situation deutlich entschärfen. Zwei Mal habe ich den Mann gefahren und beide Male antwortete der Therapeut auf mein Danke für seine investierte Zeit: “Nein, nicht Sie haben zu danken! Ich habe zu danken, dass Sie sich so um meine Landsleute kümmern!” An die Besuche schloss sich noch  ein offizieller Schriftwechsel an. Wie sehr war ich überrascht, als ich in dem offiziellen Brief einen kleinen, handschriftlichen Gruß an mich fand! - In mir blieb eine echte Freude, über den Gruß und die beidseits ganz persönliche Begegnung!

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