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© Heiko Appelbaum

Jubiläumsfeier am 26.06.2026 in Paderborn

30 Jahre go4peace

Jubiläumsfeier am 26.06.2026

30 Jahre go4peace – Aus einer Frage wurde ein europaweites Friedensnetzwerk

Mit einer Feier im Liborianum in Paderborn hat go4peace sein 30-jähriges Bestehen gefeiert. Im Mittelpunkt stand die bewegende Geschichte eines Netzwerks, das aus einer einfachen, aber weitreichenden Frage entstand: „Könnten nicht deutsche Jugendliche beim Wiederaufbau in Bosnien helfen?“ Diese Frage stellte Kardinal Dr. Karl Lehmann in seiner Weihnachtspredigt am Heiligen Abend 1995 im Mainzer Dom. Sie wurde zum Ausgangspunkt des Bosnischen Friedensweges „Hände für den Frieden – dem Frieden Hände geben“.

Seit 1996 haben sich – ausgehend vom Jugendhaus Hardehausen und ermutigt durch Kardinal Dr. Johannes Joachim Degenhardt – mehr als 2.000 junge Menschen aus 19 europäischen Ländern in Friedensinitiativen engagiert. Ihre Wege führten nach Bosnien-Herzegowina, Albanien, in den Kosovo, nach Polen, Tschechien und Deutschland. Darüber hinaus unterstützten sie Sozialprojekte in Syrien, der Ukraine und im Libanon. Aus diesem Engagement entstand go4peace – ein im Erzbistum Paderborn geborenes europaweites Netzwerk des Friedens und der Freundschaft, getragen vom täglich gelebten Evangelium.

Während der Jubiläumsfeier, an der rund 100 Gäste vor Ort sowie weitere 20 Teilnehmende per Zoom teilnahmen, blickten Initatoren, Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter sowie junge Menschen gemeinsam auf die Entwicklung von go4peace zurück. Zugleich wurde deutlich, wie lebendig die Vision bis heute ist: Mit Projekten wie navi4life begleitet go4peace Jugendliche dabei, ihren eigenen Lebensweg zu entdecken, Verantwortung zu übernehmen und Frieden im Alltag konkret zu gestalten. So verbindet das Netzwerk seit 30 Jahren Menschen über Ländergrenzen hinweg und setzt Zeichen der Hoffnung in einer Zeit, in der Frieden aktueller denn je ist.

Wir haben Meinolf Wacker gefragt, was das Geheimnis von go4peace, das in den Jahren so viele neue Layouts hervorgebracht hat, ist?
Mir kommt ein Zitat von Bischof Klaus Hemmerle: „Lass mich dich lernen, dein Denken und Sprechen, dein Fragen und Dasein, damit ich daran die Botschaft neu lernen kann, dir ich dir zu überliefern habe.“ Es geht darum, in unseren Herzen und in unserem Denken und Tun einen Raum für Jugendliche zu schaffen, in dem sie wachsen und zu sich selber finden können. Oft sind wir als Kirche auf „Meta-Ebenen“ unterwegs, aber durch Jesus habe ich gelernt, dort zu sein, wo – entschuldigen Sie die etwas banale Sprache – „die Hütte brennt“. Hilfreich ist dann (nur) angebotene und ehrlich gelebte Nähe und in ihr ereignet sich in aller Verborgenheit der, der uns in den 30 Jahren „go4peace“ immer wieder hat fragen lassen: „Brannte uns nicht das Herz, als er unterwegs mit uns redete?“ Und so haben wir mein Lieblingslied von Gen Rosso „Bleibe hier bei uns“ unzählige Male gesungen. Darin heißt es – an Jesus gerichtet: „Bleibe hier bei uns, die Sonne sinkt hinab, wenn du unter uns bist, gibt es keine Nacht.“