Monatsimpuls - 03/2022

Teil Deine Erfahrung!

Liebe Freunde von go4peace,

Unfassbares war geschehen. Die Freunde Jesu hatten ihn als Messias erkannt. Für sie war klar, dass dieser sie von der Fremdherrschaft der Römer befreien würde. Einer von ihnen, Judas, hatte Jesus sogar an die Römer ausgeliefert. Das sollte -  nach seiner Auffassung - den Augenblick beschleunigen, in dem Jesus seine Macht als Messias zeigen und die Römer vernichten würde. Und dann kam alles ganz anders. Jesus zeigte seine Macht in der Ohnmacht der Liebe. Er ließ sich kreuzigen, starb elendig wie ein Verbrecher. So zeigte er, wie weit Liebe gehen kann. Sie geht alle Wege bis ins Dunkel menschlicher Verlassenheit mit.

Da standen sie nun. Hatten sie auf die falsche Karte gesetzt? Vor ihren Freunden und ihren Familien waren sie totale Verlierer. In dieser Verzweiflung und Aussichtslosigkeit machten sich zwei von ihnen auf den Weg nach Emmaus. Sie redeten sich alles von der Seele. Das brachte ein wenig Erleichterung. Ein Unbekannter gesellte sich auf einmal aus dem Nichts zu ihnen. Er fragte behutsam nach und brachte alles Geschehene in ein neues Licht. In Emmaus blieb er noch bei ihnen. Ihre Herzen brannten. Beim gemeinsamen Mahl entdeckten sie, es Jesus war. Er hatte ihnen unerkannt Licht, Frieden, Klarheit und ein brennendes Herz geschenkt. Dann sahen sie ihn nicht mehr. Sofort war klar: Diese Erfahrung mussten sie teilen. Noch in der Nacht gingen sie zurück nach Jerusalem, um ihren Freunden alles zu erzählen.

Hast Du auch schon mal eine solche Erfahrung gemacht, in der Dein Herz brannte, weil es von Jesus berührt worden ist - bei einem Gespräch, bei einer Entdeckung, beim Zuhören einer Predigt, in einer gemeinsamen Erfahrung…? Nimm Dir ein wenig Zeit, um darüber nachzudenken. Wenn Du ein oder zwei Freund*innen gefunden hast, mit denen Du gemeinsam durch dieses Jahr gehen willst, dann teil diese Erfahrung in diesem Monat mit ihnen. Auch Tomáš‘ Herz hat einmal gebrannt:

 „Ich bin viele Jahre in die Begegnungscamps von go4peace nach Sarajevo mitgefahren. Immer wenn wir zusammen waren und in vielen Workshops gemeinsam für andere gearbeitet haben, spürte ich eine Freude im Herzen, die ich sonst so nicht kannte. Ich freute mich jeweils das ganze Jahr auf das nächste Camp. Später fuhr ich einmal für ein paar Tage zu Meinolf nach Kamen. Ich erzählte ihm von dieser brennenden Freude in meinem Herzen. Wir saßen auf einer Bank in der Sonne. Meinolf ließ mich behutsam verstehen: ‚Weißt Du, diese Freude in Deinem Herzen ist die Spur Jesu zwischen uns. Du hast Dich aus Liebe ganz verschenkt in den Camps. Und die anderen Teilnehmer*innen haben das genauso getan. Und dann ist auf einmal Jesus da – als echte Person. Mit unseren menschlichen Augen ist er nicht zu sehen, aber Du spürst seine Gegenwart an der Freude, dem Frieden, der Geduld und an Deinem brennenden Herzen.‘ Ich hörte zu und ich weiß noch, wie sich meine Augen mit Tränen füllten. Es waren Freuden-Tränen. Ich bin mir sicher: Auch Du hast schon solche Erfahrungen gemacht.“  Teil Deine Erfahrung! – Share your experience!

für das go4peaceTeam
Meinolf Wacker

Teil Deine Erfahrung!

Video des Monats

 

Erfahrungen des Monats

... aber mein Onkel!

Ich hatte  mein Auto vor einem großen Supermarkt geparkt und war auf dem Weg zum Einkauf. Plötzlich fiel mir auf, dass ich keine Maske trug.  Ein kleines Mädchen, das ich vom Schulunterricht her kannte, sah mich und grüßte mich freundlich. Sie sagte: „Du trägst ja gar keine Maske!“ Lächelnd fragte ich sie: „Hast Du denn eine für mich, denn ich hab keine mitgenommen?“ Sie strahlte mich an: „Nein, ich hab auch keine, aber mein Onkel, der hat bestimmt eine für Dich!“ Dann ging sie mit mir zu ihrem Onkel. Er kam aus der Ukraine und gab mir gern eine Maske. Er wollte kein Geld dafür haben. Er war froh, dass er mir etwas schenken konnte.

Auf der Suche nach Fahrrädern

„Wäre es möglich in euren Netzwerken zu fragen, ob jemand ein Fahrrad zu verschenken oder auszuleihen hätte? Wir sind auf der Suche nach Fahrrädern für einen Jungen (12 Jahre alt, circa 1,55m groß) und seine Mama (circa 1,70 groß), aus der Ukraine, die seit 8 Tagen bei uns wohnen“, lese ich in einer Nachricht. „Bittet und Euch wird gegeben werden!“ schießt mir durch den Kopf. Sofort mache ich mich ans Werk, und verschicke die Botschaft via SMS, WhatsApp und Mails an über 500 Personen. Nach wenigen Augenblicken kommen Antworten. „Wir hätten ein kleines Frauen Fahrrad in 26 Zoll zu verschenken!“ und: „Wir hätten ein Mountainbike, welches wir verschenken würden, müssten es allerdings erst noch neu „bereifen“.

Er hatte durchgehalten!

Am Flughafen angekommen, nahm ich ein Taxi. Der Fahrer - Schwarzafrikaner - erzählte mir seine Erfahrung. Er war vor 30 Jahren aus dem Kongo in die USA gekommen, um ein besseres Leben führen zu können. Sein Traum aber war zu studieren. Das ist in den USA sehr teuer. So musste er arbeiten und konnte sich vorerst kein Studium finanzieren. 

30 Jahre später bekam dieser Mann seinen Doktortitel. Und das war genau an dem Tag, an dem er mich vom Flughafen abholte. Zur offiziellen Verleihung des Titels konnte er nicht gehen, da er seinem Job als Taxifahrer nachgehen musste. Er kam aber mit seinem "Doktor-Hut" zum Flughafen und erzählte mir voller Freude, dass er nach 30 Jahren endlich seinen Doktor in Philosophie bekommen hatte. Er ist heute 57 Jahre alt. Dann sage er zu mir: "Manchmal braucht es länger, manchmal auch nicht! Wichtig ist, nie unsere Träume aufzugeben" - Dont give up on your dreams! Sometimes it takes longer, but it is worth waiting it.”  Diese Worte sind mir sehr nahe gegangen. 

Ich geb Dir, was ich habe...

Der Krieg in der Ukraine hatte begonnen. Ich war tief geschockt über die Bilder der Zerstörung, die ich sah. Viele Erfahrungen aus dem Balkan-Krieg wurden wach in meinem Herzen. Ich rief einen befreundeten Priester in der Ukraine an. Er hatte mit seiner Gruppe Kiew verlassen müssen, da die Situation zu gefährlich geworden war. Er erzählte von kleinen Dörfern in denen er nun war. Ungezählte Flüchtlinge kamen Tag für Tag durch das Gebiet dieser Dörfer – vor allem Mütter mit ihren Kindern. Die Bewohner der Dörfer waren mittlerweile überlastet. Sie hatten nichts mehr, was sie den Flüchtlingen anbieten konnten. „Wir müssen unsere Hilfe strukturieren und systematisieren!“ sagte der Mitbruder mir. Auf meine Nachfrage ließ er mich wissen, dass es vor allem jetzt Feldküchen brauche, um die vielen Flüchtlinge zu versorgen. Er hatte alles was es für 6 solcher Küchen brauchte zusammen gestellt. Dafür würden knapp 90.000 € benötigt. Ich saß am Telefon und spürte diese Not auf einmal als eine konkrete Frage Gottes an mich: „Glaubst Du, Meinolf, dass Du das mit meiner Hilfe versprechen kannst?“ Ich wagte den Sprung, gab mein Vertrauen und begann für die finanzielle Unterstützung zu arbeiten. Heute – gut 14 Tage nach diesem ersten Telefonat – ist bereits weit über die Hälfte des Geldes zusammen. Täglich kommen Anrufe wildfremder Menschen, die ihren Teil geben, damit das Wunder der Brotvermehrung geschehen kann.

Ich versuchte jedem nah zu sein!

I tried to be close to everyone!

Als wir am Donnerstag, dem 24.2.  erschüttert realisieren mussten, dass in der Ukraine Krieg begonnen hatte, war in dem Altenheim, in dem ich arbeite, eine Karnevalsfeier geplant. Aber daran war nicht zu denken. Die Stimmung im Haus war sehr bedrückt, eine Bewohnerin weinte und erinnerte sich an ihrer eigenen Kriegserfahrungen.
Beim nächsten Dienst spürte ich eine Beklemmung in meiner Seele. So betete ich auf dem Weg zum Dienst, Gott möge mir helfen, ganz für jeden einzelnen Menschen da zu sein, um Hoffnung schenken zu können. Ich kam an und traf gleich auf zwei Mitarbeiter, die mit Tränen in den Augen von ihrer Erschütterung und ihren Ängste erzählten. „Was können wir nur für die Menschen in der Ukraine tun? Fragten sie sich und mich. Einige Bewohner, denen es sonst schwer fällt über vergangene Zeiten zu reden, erzählten von ihren eigenen Erlebnissen aus den Zeiten des Krieges und der Flucht. Ein junger Familienvater vertraute mir an, dass er als  Reservist bei der Bundeswehr sei. Ihm gingen die Bilder von den Männern, die sich in der Ukraine von ihren Frauen und Kindern verabschieden mussten, besonders nah.
Eine Kollegin kommt aus Russland. Sie wirkte sehr bedrückt. Ich sagte nicht viel, streckte meine Arme aus und wir umarmten uns eine ganze Minute lang. Dann sagten wir uns: „Wir beten für all diese Menschen, die unschuldig betroffen sind - in der Ukraine und in Russland. Als wir uns aus unserer Umarmung lösten, sagte sie mit Tränen in den Augen: Ich habe richtig Gänsehaut. Es tat so gut.

Liebe lässt wachsen!

Die Tochter unserer Freunde  wechselte wegen einer schweren Traumatisierung im letzten Jahr die Schule. Der Einstieg in die neue Schule gelang überhaupt nicht, denn die Vergangenheit holte sie immer wieder ein. Es folgten lange Krankheitsphasen. Nach mehreren niederschmetternden Erfahrungen fand das Mädchen in diesem Jahr noch einmal eine neue Schule. Der Start glückte zunächst. Aber schon nach wenigen Tagen wurde das Mädchen wieder krank, was die Familie verzweifeln ließ. Heute Morgen erzählte die Mutter uns aber sehr erleichtert, dass der Klassenlehrer des Mädchens sich überraschend gemeldet hatte. Er hatte die besorgten Eltern beruhigt und ihnen versichert, dass ihre Tochter ein großer Gewinn für alle sei, schnell Anschluss in der Klasse gefunden habe und man für Fehlzeiten unkomplizierte Lösungen finden könne. Er versicherte den Eltern, dass ihr Kind in jeder Hinsicht unterstützt werde. Nachdem sie zuvor immer wieder mit Gleichgültigkeit, Skrupellosigkeit und Härte konfrontiert worden waren, wurden unsere Freunde von der Warmherzigkeit und dem Mitgefühl dieses Lehrers sehr berührt. Sie hatten oft für ihre Tochter gebetet und jetzt eine Antwort durch ehrliche Nächstenliebe  eines anderen Menschen erhalten, so dass die Gegenwart Gottes wirklich spürbar war.

Teile deine Erfahrung

Ein Gemeindemitglied erzählte mir von seinem Freund, der an einer Krebserkrankung leidet. Dieser  ist Anfang 30 und kann offensichtlich mit dem christlichen Glauben nicht so viel anfangen, lehnte ihn bisweilen sogar ab. Als ich davon erfuhr, habe ich dem Gemeindemitglied versichert, dass ich für den Kranken beten würde. Nun vor kurzem hat sich dieses Gemeindemitglied getraut, seinem Bekannten davon zu erzählen, dass wir gemeinsam für ihn beten würden. Die Reaktion war nicht etwa ablehnend, sondern, ganz im Gegenteil, sehr erfreulich. Das Gemeindemitglied schrieb:  “Er findet es mega, dass Sie und ich für ihn beten.” Der Erkrankte hat dadurch neue Hoffnung geschöpft im Kampf gegen seine Krebserkrankung.

Vertrau und spring!

Das Geld für die Feldküchen ist gesammelt. Erneut rufe ich in der Ukraine an. Ein dortiger Freund erzählt von 55 Waisenkindern, die z.T. auf Straßen und Bahnhöfen gefunden worden sind. Jetzt sind sie in einer großen Sporthalle untergebracht. Auf einem Foto sehe ich drei Kinder in einem Bunker. Sie schlafen – wehrlos und friedlich. Ich schließe kurz meine Augen. In mir werden Bilder wach, die mich im Jahr 1996 nach Bosnien und Herzegowina gebracht hatten. Es war vor allem das Bild eines Kindes in seiner Schutzlosigkeit. Das hatte ich damals als leises Klopfzeichen Gottes erlebt. Gott lud mich ein, mich mit Jugendlichen auf einen Friedensweg nach Bosnien und Herzegowina zu machen. Über 2000 junge Leute aus ganz Europa sind in den 25 Jahren mitgegangen und haben gelernt, für den Frieden zu leben.  Ich öffne meine Augen wieder und bin wieder mit meinem ukrainischen Freund im Gespräch. Er träumte von einem Kinderdorf aus Holz-Containern. Wieder rechnen wir am Telefon: Jeder Quadratmeter überbaute Fläche kostet 425 € . 266 m2  sind geplant. Gesamtpreis: 113.050 €. Wieder bin ich allein am Telefon, in meinem Glauben angefragt. Wieder befrage ich die Worte Jesu und mir kommt sein Wort: „Wer eines von diesen Kleinen in meinem Namen aufnimmt, der nimmt mich auf!“ - „Trust and jump!“ – „Vertrau und Spring!“ kommt mir ins Herz. Gott ist am Werk. Ein zweiter Flyer ist schnell gestaltet… Frieden will gelebt werden. Let’s go4peace – wir bleiben dran!

Wir wurden geführt!

Wir hatten uns als Familie entschieden, ein Kind oder unbegleiteten Jugendlichen aus der Ukraine bei uns auszunehmen. Prompt kam uns der Corona-Virus besuchen. Dann kam die Nachfrage, ob wir Platz für eine Familie mit einem autistischen Kind zur Verfügung stellen könnten. Wegen Corona musste ich verneinen. Trotzdem traf mich diese Anfrage und ich teilte sie in meinem Netzwerk. Sofort meldete sich jemand, der eine voll möblierte Dienstwohnung mit 4 Betten frei hatte. Er würde auch noch den Kühlschrank voll machen und die können sie haben. Das nach nur 10 Minuten. 

Eine andere Person aus meinem Netzwerk hatte Kontakt zum Autismus-Zentrum in meiner Stadt. Die schickten am nächsten Tag sofort jemanden, um zu sehen, was für den kleinen Jungen gemacht werden kann. Nach meiner Genesung konnte ich den Kleinen sehen. Schnell entstand eine enge Verbindung, dass der Kleine mich umarmte. Keine 10 Minuten nach unserer Ankunft, legte der Junge sich auf den Schoß meiner Tochter. 

Der Vater des Kindes, der wegen der Behinderung seines Sohnes sein Land auch verlassen durfte, ist Musiker und spielt Gitarre (Drei in meiner Familie tun das auch!) und Geige (wie zwei von uns) und die Familie ist – wie wir - tief im Glauben verwurzelt. Wir sind alle berührt und überwältigt! 

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