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Geführt und glücklich

 Plötzlich wurde die Autobahn beidseitig gesperrt. Ein Kran drohte auf die Fahrbahn zu stürzen. Das bedeutete – am Freitagnachmittag – zwei Stunden Stau. Dann wurden alle Fahrzeuge auf Nebenstrecken geleitet. Vielfach nur einspurig befahrbar. Der Weg führte durch einsame Waldgebiete, die plötzlich voller Autos waren. Es regnete und wurde langsam dunkel. Da ich mein Ziel an dem Tag nicht mehr erreichen konnte, entschied ich umzukehren. Alles war verstopft und versperrt. Nach sieben Stunden Suche hielt ich an einem kleinen Parkplatz an und suchte erneut nach einem Ausweg. Vier andere Fahrzeuge fanden sich neben mir ein, alle in der gleichen verzweifelten Lage. „Ich komme nicht mehr nach Hause!“ weinte ein Mädchen. Wie ein Engel kam ein Einheimischer vorbei. Er hatte auch alle Wege, die ich gefahren war, ausprobiert. Nichts war gegangen. Mir kommt noch eine letzte Möglichkeit über eine sehr enge Straße, die nicht eingezeichnet ist, in den Sinn. Wir fuhren hinter ihm her – dunkel, glitschig, regnerisch, kurvenreich … Nach über einer halben Stunde ungewisser Fahrt durch riesige Wälder, erreichten wir eine Hauptstraße. Ich sah einen mir bekannten Ort ausgeschildert, der schon jeweils der Sperrung der Autobahn lag. Der Weg ging weiter. Nach über 8 Stunden Stau war kam ich wieder zu Hause an. Geführt, dankbar und glücklich.