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Allerheiligen

Es liegt schon ein paar Jahre zurück. Während der Liboritage stand ich mit unserem navi4life-Parcours am Paderborner Domturm. Eine ältere Frau sprach mich an: „Die neue Liborius-Figur unten in der Krypta des Domes gefällt mir aber gar nicht“ Auf meine Nachfrage hin erklärte sie, er schaue den Menschen über die Schulter und schaue sie nicht an.“ Darauf hin sagte ich ihr. „Solche komischen Heiligen, die uns ihren Blick nicht schenken, die brauchen wir nicht, aber wissen Sie denn woran man einen Heiligen erkennt?“ Ihr Antwort: „Ja, an dem Heiligen-Schein.“ Mir ging es aber nicht um die Holzfiguren in unseren Kirchen, sondern um die echten Heiligen auf Erden. So fragte ich nach: „Nein, ich meine die Heiligen von heute!“ – „Hab keine Idee“, sagte mir die Dame. „Na an der kaputten, eingedöschten Nase!“ ließ ich sie schmunzelnd verstehen. „Das verstehe ich nicht.“ – „Ich erkläre es ihnen gerne. Leider haben wir die Heiligen zur Ehre der Altäre erhoben, wie wir so sagen. Damit sind sie weit weg von uns und wir haben den Eindruck, sie haben alle eine moralisch weiße Weste. Und wir denken dann, das schaffen wir nie. Aber bei genauem Hinsehen, hatten ja viele Heilige keine weiße Weste. Vielmehr hatten sie ein ganz tiefes Vertrauen in die Liebe und in die Barmherzigkeit Gottes. Deshalb sind sie, wenn sie auf die Nase gefallen waren, immer sofort wieder – im Vertrauen auf die Barmherzigkeit Gottes aufgestanden. Und dieses Vertrauen erreicht und bewegt das Herz Gottes!“ Schmunzelnd schaute mich die Frau an, fasste sich an die Nase und sagte mir: „Ich glaube, dann bin ich auch schon ein bisschen heilig.“erzHerz