Das Wort Gottes – mein Navi

sichelschmidt_dijanaDas Leben mit Seinem Wort hat mein Leben total verändert.

Obwohl ich die kleinen Karten schon seit den Anfängen im Jahr 2000 kenne, hat es 10 Jahre gedauert, bis Gott mit Seinem Wort wirklich bis zu meinem Herzen vordringen konnte und mich und mein Leben total „umdrehen“ konnte.

In diesen 10 Jahren gab es eine sehr schwierige Zeit für mich. Nach einem Studienabbruch war es, als wäre mir der Boden unter den Füßen weggezogen worden. Alles, was mir einmal wichtig gewesen war und worauf ich gebaut hatte, war weggebrochen. Mein Leben erschien mir so sinnlos und ich wusste nicht mehr, wofür es sich zu leben lohnt. Alles schien so hoffnungslos und aussichtslos und nichts konnte die so große Leere in mir füllen. Ich wollte nur glücklich sein und war doch einfach nur traurig und wusste nicht, wie es weitergehen sollte.

Da waren so viele Fragen, auf die ich keine Antwort fand und die oft ein Gefühl von Unzufriedenheit, Ohnmacht und Leere hinterließen – und eine große Sehnsucht.

Die Antwort auf diese große Sehnsucht hab ich dann in Bosnien, im Leben mit dem Wort des Evangeliums - während eines internationalen Begegnungscamps -  gefunden.

Im Leben mit dem Wort des Evangeliums, jeden Tag hatten wir uns ein konkretes - am Tagesevangelium orientiertes -  Motto mit in den Tag genommen, habe ich ein Glück gespürt, dass ich bisher nicht kannte. Je mehr ich versucht habe, die anderen in den Blick zu nehmen und mich und meine Probleme zu vergessen, desto glücklicher wurde ich.

Und dann saß ich eines Abends nach der Messe vor dem Kreuz in der Kapelle des Jugendhauses Johannes Paul II. in Sarajevo und auf einmal empfand ich tiefste Klarheit. Ich spürte, dass ich unendlich von Gott geliebt bin, so wie ich bin. Ich hätte vorher alles geglaubt, nur das nicht. Aber jetzt war es mir klar. Und noch eins wurde deutlich: Wenn es so ist, dass Gott mich unendlich liebt, dann kann ich nicht so weiterleben wie bisher, sondern ich „muss“ auf Seine Liebe zu mir antworten.

 

Nach dieser Entdeckung Seines Wortes für mein Leben war für mich alles verändert. Ich habe mich gefragt, wie ich antworten kann, wie ich mein Leben für IHN, für Sein Wort einsetzen kann. Ich spürte, dass ich alles auf IHN und Sein Wort setzen musste, weil darin mein Glück liegt.

Ich stand vor der Frage meines Lebens: will ich für Jesus alles loslassen, um allein IHM zu folgen, da wo Gott mich haben möchte? Will ich IHM mein Leben schenken?

Und die Antwort wiederum hat Gott selbst mir gegeben: durch Sein Wort. Es gab in dieser Zeit der Suche und der Entscheidung zwei intensive Augenblicke mit zwei Worten des Evangeliums:

In einem Gottesdienst hörte ich das Evangelium vom reichen Jüngling. Im Zuhören verstand ich: Ich will nicht mehr  traurig weggehen! Nein, ich will der Einladung Jesu folgen. Kurze Zeit später war ich eingeladen, die kleinen Kärtchen mit anderen Jugendlichen für einen Monat zu laminieren. Ich kam in den Arbeitsraum und las das Wort, für den folgenden Monat: „Du aber folge mir nach“. In diesem Augenblick war es, als gäbe mir Gott die Antwort auf all mein Fragen. ER zeigte mir den Weg!

So lebe ich jetzt das „Abenteuer meines Lebens“ – es ist ein Leben mit dem Wort Gottes.

Ich beginne jeden Tag mit Seinem Wort. Aufs Zähneputzen folgt der Blick ins Tagesevangelium, um zu verstehen, was Gott mir für diesen Tag mit auf den Weg gibt und woran ich mich festmachen kann. Zusammen mit einem Motto, das mich jeden Morgen zum Tagesevangelium per SMS erreicht, ist das die Richtschnur für den Tag. Jedes Mal, wenn ich auf mein Handy schaue, werde ich an das Monatsmotto erinnert: die kleine Karte hab ich  als Hintergrundbild auf meinem Handy.

Diese beiden Dinge helfen mir „dranzubleiben“. Ein Leben ohne das Evangelium kann ich mir nicht mehr vorstellen, denn es hilft mir, meiner Entscheidung für Gott treu zu bleiben. Immer dann, wenn ich mich festmache an Jesu Wort, kreise ich nicht mehr um mich und meine Wünsche, um meine Ideen und Pläne. Vielmehr leitet mich dann die Frage nach dem Willen Gottes für den jeweiligen Augenblick. Es ist mein Navi im Alltag.

So gab es beispielsweise eine schwierige Situation in meinem Arbeitsfeld. Ein Mitarbeiter fühlte sich gekränkt und reagierte sehr abweisend.  Mir schien sein Verhalten überzogen. Zudem war ich auch sachlich anderer Meinung als er. Das Motto dieses Tages lautete: „Denk positiv von deinem Nächsten“. Ich hab versucht, nicht in meinem Ärger hängen zu bleiben und alles Negative zu sehen. Vielmehr habe ich gekämpft,  in jedem Augenblick das Positive zu entdecken. Mein Gegenüber spürte dieses ehrliche Ringen in mir. Als ich abends nach Hause ging, war es zumindest so, dass sich die Situation entspannt hatte und wir wieder miteinander reden konnten.

Ein anderes Mal war das Monatsmotto: „Was ihr dem Geringsten meiner Brüder getan habt, dass habt ihr mir getan“. An einem Tag war ich in der Stadt unterwegs und sah einen jungen obdachlosen Mann, der mit seinem Schlafsack und einer Decke an einer Hausecke saß und vor Kälte zitterte. Zuerst ging ich an ihm vorbei, aber ich hatte seinen Blick gesehen und mir war, als schaute mich Jesus an. Unser Tagesmotto lautete: „Dem Nächsten beistehen - aus echter Liebe“. Das gab mir den Impuls, dem Obdachlosen beizustehen und etwas für ihn zu tun. Ich hab ihm einen heißen Kakao gekauft. Als ich  mit dem warmen Getränk vor ihm stand, schaute er mich völlig verdutzt an und fragte: „Für mich?“ Wir haben ein paar Worte gewechselt. Dann musste ich weiter… Aber dieser „Umweg“ hatte diesen Mann so froh gemacht – und die gleiche Freude spürte ich in mir.

Häufig frage ich mich in konkreten Situationen: „Was würde Jesus jetzt tun? Was sagt mir Sein Wort für diese Situation?“ Zwei Kurzsätze sind mir zum inneren Leitfaden geworden: „Lieben, das geht immer!“ und „Was ist jetzt die größere Liebe?“ Immer wieder stelle ich mich „unter diese Worte“ und bitte Jesus dann, mir zu zeigen, was ich tun soll. Meine Erfahrung: Wenn ich Gott wirklich – voller Vertrauen -  bitte, dann enttäuscht ER mich nicht.

So versuche ich in jedem Augenblick, an Jesu Wort dranzubleiben. Dabei hilft mir das Wissen, dass viele „Freunde des Wortes“  im Netzwerk in der ganzen Welt mit mir verbunden sind. So lebe ich nicht allein, sondern darf teilhaben an den konkreten Erfahrungen vieler und darf andere mit meinen Erfahrungen beschenken.

Diana Sichelschmidt

 

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