Ich bin glücklich!
Während des Liborifestes in Paderborn hatten wir Armbänder mit der Aufschrift „go4peace – building bridges in Europe“ verteilt. Einige Tage nach dem Fest schrieb mir ein jüngerer Ehemann: „Ich trage das Armband nun durchgehend. Dazu musst du folgenden Hintergrund wissen: Wir haben in unserer Ehe zwei grundlegende Schwächen identifiziert, meine Frau jammert und ich motze zu schnell. Vor einiger Zeit fand ich in einem Buch, in dem Verhaltensänderungswünsche vorgeschlagen werden, den Tipp, sich ein Armband zu suchen und 40 Tage am gleichen Arm zu tragen. Nur muss man jedes Mal, wenn man in die alte Verhaltensweise zurückfällt, das Band vom einen Arm an den anderen wandern lassen. Also, mein Vorhaben war klar: 40 Tage nicht motzen und ein Armband musste her. Und dann bekam ich Euer Armband geschenkt. Und die Ermutigung, „Brücken zu bauen“ hätte besser nicht sein können. So trage ich es nun und hatte bereits vier Tage geschafft. Heut bin ich leider gescheitert und hab das Armband nun am anderen Arm. So zähle ich neu und bin gespannt, ob ich es schaffe.
Ungezählten Menschen haben wir mit einer kleinen Gruppe junger Leute Papiertaschentücher während des Liborifestes in Paderborn geschenkt. Die Tücher steckten in einer Papiertasche mit dem Aufdruck: „Nimm mich! Trockne die Tränen der Menschen um dich herum!“ Viele Menschen reagierten mit einem Lächeln und dem Ausruf: „Was für eine schöne Idee!“ Am sechsten Tag kam ein junger Priester erneut zum Dom und sagte mir: „Ich hab das Taschentuch schon gut einsetzen können. Während eines Begleitungsgespräches flossen gestern viele Tränen. Da war das Taschentuch eine ermutigende Hilfe!“
Am Telefon erzählt mir eine Ordensschwester von einer Mitschwester, die psychisch sehr belastet ist. Immer wieder schreit sie ihre Mitschwestern an und nennt sie „Verbrecherinnen“. Das Leben mit ihr ist für viele kaum noch erträglich. „Mit Worten ist da nicht mehr viel zu machen. Da hilft nur noch inständiges Beten!“ höre ich am Telefon. „Ich habe jetzt einige Male morgens während des Laudesgebetes die Kapelle verlassen, weil die Mitschwester nicht mehr in die Kapelle kommt. Ich hab mich schweigend vor die verschlossene Zimmertür meiner Mitschwester gesetzt und Jesus gebeten, ihr Herz zu erreichen und ihr Frieden zu schenken. Vor drei Tagen ist etwas geschehen, was wir nicht für möglich gehalten hatten. Die kranke Schwester kam wieder zur Kapelle. Sie blieb in der Tür stehen, schweigend, kam dann zu mir und sagte leise: ‚Danke!‘“
Liebe Freunde von go4peace,
„Ich denke an Dich! Du bist nicht allein!“ Solch ein Wort ist ein echter Mutmacher in schwierigen Lebensphasen – vor einer Prüfung, vor einer Operation, vor dem Start in eine ungewisse Zukunft. Es wirkt wie ein Fels in der Brandung, der Halt gibt. Du erinnerst Dich an den Menschen, der Dir dieses Wort gesagt hat. Vielleicht sagst Du es leise noch einmal. Du spürst, wie es Dir gut tut und Hoffnung schenkt.
Jedes Wort, das gesagt wird, zeigt eine bestimmte Wirkung. Gute Worte machen stark, böse Worte oder gar „fake news“ verunsichern und verletzen. Um die Wirkung ehrlicher Worte wusste ein römischer Hauptmann zur Zeit Jesu. Er wollte einem Kranken aus seinem Hausstand helfen und vertraute auf die Wirkung der Worte Jesu. Aber er wollte Jesus auch nicht zu sehr in Anspruch nehmen. So ließ er ihn wissen: „Sprich nur ein Wort, dann wird mein Diener gesund!“
Nach Jahren galt es für eine junge Studentin, Abschied aus unserer Stadt zu nehmen. Ich hatte sie in mancher schweren Situation stark machen können. Der Abschied fiel ihr nicht leicht. So bot ich ihr an, sie zum Bahnhof in die Nachbarstadt zu bringen. Gern nahm sie an. Im Bahnhof blieb uns noch Zeit für einen Cappuccino. Wir erzählten wenig. Es war genug, einfach da zu sein. Dann begleitete ich sie zum Bahnsteig und trug ihren Koffer. Es herrschte viel Hektik im Bahnhofsgelände. Dann kam der Abschied. „Danke für Dein tiefes Vertrauen. Mein Gebet wird Dich begleiten“, sagte ich ihr. Ich blieb und winkte, bis der Zug den Bahnhof verließ. Später erhielt ich eine WhatsApp. „Wie schön, dass ich die letzten Stunden vor meiner Abreise mit dir verbringen konnte. Das hat mir so viel Kraft und Hoffnung gegeben. Ich danke dir von Herzen. Du bist wie Familie für mich geworden!“ – Sag gute Worte!
für das go4peaceTeam Meinolf Wacker