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Ich bin glücklich!

Nach unserem Sommer-Pfadfinderlager arbeitete ich wieder in einer Familie mit Pflegekindern. Dann passierte etwas Seltsames. Ich hatte ihren Hausschlüssel in deren Garten verloren und konnte ihn nicht mehr finden. Ich ging fast jeden Tag in den Garten und versuchte, ihn zu finden. In diesen Tagen passierte eine Menge Unvorhergesehenes in der Familie, und es war sehr gut, dass ich da war und helfen konnte. Ich betete zu Gott, dass er mir helfe, diesen Schlüssel wieder zu finden. Ich fühlte mich schuldig und verantwortlich für sein Verschwinden. Am dritten Tag der Suche (am Sonntag!) fand ich ihn endlich im Gras. Ich war so glücklich! Ich verstand, dass Gott mich in dieser Zeit in der Familie haben wollte, auch wenn meine Hauptabsicht darin bestand hatte, diesen Schlüssel zu finden.

“Hi, ich habe schon bestanden!” So las ich in einer Kurzmitteilung eines jungen Mannes aus Eritrea, den ich schon seit Jahren begleite. Es war nicht immer leicht gewesen, denn er ist jemand, der sich manchmal für längere Zeit einfach zurückgezogen hatte. Er hatte sich manchmal mit seinem Leben schwer getan, nicht an sich geglaubt und somit schwierige Zeiten hinter sich. Immer jedoch hatte und habe ich den Kontakt zu ihm gesucht, versucht, ihn aus seinem Loch zu holen, ihm zugesprochen und ermutigt, weiterzugehen und nicht aufzugeben, sondern etwas aus sich zu machen, und die Möglichkeiten hier in Deutschland zu nutzen. Wie froh war ich, nun zu lesen, dass er die mündliche Abschlussprüfung bestanden hatte. In einem Telefonat erzählte er mir, dass er sie sogar mit zwei bestanden hatte, während er vorher die schriftliche Prüfung nicht bestanden hatte. Mit Schreiben und Lesen tut er sich nach wie vor schwer. Er war stolz darauf, so ein gutes Ergebnis erreicht zu haben. Und auch ich habe innerlich einen Luftsprung gemacht! Es war für mich eine große Freude zu sehen, dass all die investierten Gespräche und Stunden am Telefon sich doch gelohnt haben und eine tragfähige Beziehung zu dem jungen Mann entstanden war., die ihn jetzt so weit gebracht hatte.  Ich musste an unser Monatsmotto denken und verstand neu, wie wichtig es ist: Nicht einsam, sondern gemeinsam!

Ich zog in eine neue Pfarrei. Als ich mich dem Ort näherte, versperrte ein Lastwagen, der Material ablud, den Weg. Ich war dicht an ihm dran, musste aber das halbe Auto auf den Bürgersteig fahren. Auf dem breiten Bürgersteig vor einem der Nachbarhäuser wusch jemand sein Auto. Er war ins Haus gegangen und ein Eimer Wasser stand mir im Weg. Ich stieg aus und schob den Eimer vorsichtig zur Seite. In diesem Moment kam der Mann aus dem Haus. Er sagte etwas zu mir, aber ich konnte es wegen des Lärms des Lastwagens nicht verstehen. Deshalb ging ich näher zu ihm und er sagte: "Ist das normal für Sie, auf dem Bürgersteig zu fahren?" Ich entgegnete, dass es mir Leid täte und dass mein Ziel nur ein paar Meter entfernt sei. Ich müsse zum Pfarrhaus. Ich hatte noch nicht zu Ende gesprochen, als er mir ein sehr verletzendes Schimpfwort an den Kopf warf. Ich war schockiert. So eine hasserfüllte Reaktion! Außerdem hatte mir der Mann gesagt, ich solle von der anderen Seite in die Straße fahren. Aber ich kannte das alles noch nicht. Die bösen Worte, die ich gehört hatte, beschäftigten mein Herz. Ich kam in die neue Gemeinde und dann so ein Hass. Ich lud meine Sachen im Pfarrhaus ab. Da erinnerte ich mich an den morgendlichen Impuls von Meinolf: "Sprich die Sprache des Himmels!", die Sprache der Liebe. Ich fragte mich: "Willst du weiterhin den Schmerz im Herzen haben und immer noch an das Schlechte denken, oder willst du ihn in Liebe verwandeln?" Mir kam der Gedanke, dem Mann noch etwas Putzzeug für sein Auto zu schenken. (Aber insgeheim sagte ich mir: "Hoffentlich finde ich nichts.") Aber Gott nahm mich ernst. Ich fand Reinigungsmittel im Pfarrhaus und kehrte mit dem Auto zurück zu dem Mann. Ich hielt an. Unsicher schaute er mir entgegen. Er erwartete jetzt meine Abrechnung. Ich ging zu ihm und sagte: "Ich möchte mich bei Ihnen bedanken, dass Sie mir einen guten Rat gegeben haben. Es war wirklich möglich, von der anderen Seite in die Straße zu fahren." Er nickte verwirrt. Dann fragte ich ihn: "Kann ich Ihnen ein paar Sachen zum Waschen des Autos geben? Ich brauche sie nicht mehr." Ich reichte ihm die Schachtel. "Nein, nein, danke." Er nahm sie nicht an, aber ich hörte aus seinem Mund: "Danke!" Ich bin sicher, er wird nicht vergessen, dass jemand unverständlicherweise auf seinen Hass mit Liebe reagiert hat. Schließlich gab ich die Schachtel der Tochter einer alten Dame, die wir zufällig trafen, als wir ihre Mutter im Krankenhaus besuchten. Der Hass in meinem Herzen war nicht mehr da. Die Sprache der Liebe hatte gesiegt!