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Ich bin glücklich!

In dem Haus, in dem ich wohne, leben auch ältere Herrschaften von denen ich weiß, dass sie zumindest hier und da zur Kirche gehen. Jetzt, da ein wirklicher Besuch einer Messe nicht möglich ist, habe ich überlegt, wie wir auch zu Hause christliche Gemeinschaft - ohne zu engen Kontakt – leben können. So habe ich gestern alle aus dem Haus zum Angelus Gebet eingeladen. Heute Mittag um zwölf Uhr hörte ich dann die eine oder andere Tür und habe einfach angefangen zu beten. Und einige stimmten ein. Jeder an seiner Wohnungstür. Zum Schluss haben wir sogar zusammen gesungen. Welch schöner Moment, den wir da heute teilen durften!

In the house in which I live, there are also older people. I know that they are going to church from time to time. Nevertheless, in this time there is no chance to attend a mass right now. I have considered how we can live Christian community at home - without too close contact. So yesterday, I invited everyone out of the house to the “Angelus prayer”. At midday this afternoon, I heard one or two doors opened and we started to pray together. Everyone at his apartment door. In the end, we even sang together. What a wonderful moment we were allowed to share today!

Eine schon weit über 80-jährige Patientin war zu uns auf die Station gekommen. Ihr Befund ließ uns verstehen, dass sie ernstlich erkrankt war und nur geringe Heilungs-Chancen bestanden. Ich suchte diese Frau in ihrem Krankenzimmer auf. Trotz ihres hohen Alters, war sie noch sehr lebenszugewandt und voller Lebensfreude. Es war eine Bereicherung, sie kennen zu lernen und mit ihr zusammen zu sein. Sie wusste um die Ernsthaftigkeit ihres Zustandes. Nachdem wir ein paar Augenblicke gelacht und gescherzt hatten, sagte sie zu mir: „Aber wissen Sie, in Bezug auf mich und auf meinen Gesundheitszustand, da machen wir nichts Großes mehr. Ich hab ein total erfülltes Leben hinter mir und ich hab noch ein paar dicke Fragen an „den da oben“!“ Dabei zeigte sie schmunzelnd mit ihrem Finger zum Himmel. „Wissen Sie, ich muss mit IHM noch dringend ein paar Sachen durchsprechen.“ Ganz getroffen von ihrem Lebens- und Glaubens-Standing unter dem Horizont Gottes verabschiedete ich mich von ihr. Auch in den nachfolgenden Tagen war ich noch häufig bei ihr. Dann wurde sie nach Hause entlassen. Ich bin mir sicher: Im Himmel werden wir uns wiedersehen.

In den Nachrichten hatte ich von Balkontreffen in Italien gehört. Das berührte mich zutiefst. Heute Mittag traf ich Edelgard, meine 89jährige Nachbarin, die von ihrem täglichen Spaziergang zurückkehrte. Ich erzählte ihr von der Idee, das Balkonsingen auch bei uns ausprobieren zu wollen. Als ich gegen 16.20 Uhr selber vom Wandern zurückkam, hörte ich von verschärften Corona Regeln. Sofort stand der Entschluss, Kopien von "Ode an die Freude" zu machen, um gemeinsam mit meinen Nachbarn Gemeinschaft auf Distanz leben zu können. Ich klopfte an alle Türen. Edelgard, hatte auch noch eine Familie aus dem Nachbarhaus eingeladen. Ein Mädchen dieser Familie hatte heute Geburtstag, sie wollte mitsingen. Spontan kopierte ich noch "Heute kann es regnen, stürmen oder schneien" als zweites Stück. Zu unserem Balkontreffen rief ich noch ein befreundetes Ehepaar an, mailte Ihnen die Noten und stellte den Lautsprecher am Telefon auf laut. So konnten auch die beiden mit uns Singen. Zwei Nachbarn begleiteten unseren Spontan-Chor am Keyboard. Was für eine Dynamik! - Lass das Neue zu! - Auch wenn meine Nachbarn unser Motto nicht kannten, haben wir es gemeinsam gelebt und vielleicht öffnen morgen noch mehr ihre Fenster und singen mit...

Steh auf! - Get up!