Zum Hauptinhalt springen

Ich bin glücklich!

Das Jahr mit Arbeit lag hinter uns und der Urlaub stand vor der Tür! Wir freuten uns riesig und wir meinten sogar, wir hätten ihn verdient. Dann kam der Anruf, dass die Schwiegermutter mit Lungenentzündung ins Krankenhaus musste. Eigentlich meinten wir, wir hätten keine Kraft mehr, das zu meistern. Aber wir gingen unserer Aufgabe nach, besuchten sie, machten Besorgungen, erledigten Schriftverkehr, gingen also all die Dinge an, die anstehen, wenn jemand aus Familie oder Freundeskreis im Krankenhaus liegt.

Aber immer wieder merkten wir auch, wir dürfen nicht nur geben, sondern werden auch unendlich geliebt. So ergaben sich viele wertvolle Gespräche zwischen der Kranken und uns. Außerdem gab ein Musiker ein großes Konzert in jener Stadt. Wir hatten uns um keine Karten kümmern können. Aber irgendwie dachten wir an dem Abend ganz spontan, ob wir noch in das Konzert hineinkommen könnten. Kurz nach Beginn des Konzertes standen wir mit dem Rest des aufgewärmten Essens für die Kranke im Foyer des Konzertsaals. ‚Haben sie noch Karten?‘ wagten wir zu fragen. Dann sagte der Ticketverkäufer: Ja, diese zwei Karten sind für sie! Ihnen einen erholsamen Abend.‘ Voller Freude und mit der Gewissheit im Herzen ‚Gott vergisst uns nicht‘ konnten wir diese Stunden genießen und unseren weiteren Aufgaben nachgehen.

Das Motto "Don't stop giving!" begleitet mich Tag für Tag. Ein Verwandter war schwer krank geworden. Bei uns zu Hause im Szekler Land konnten ihm die Ärzte nicht helfen. Deshalb kam er nach Cluc Napoca (Klausenburg), wo ich lebe. Er war schon nach zwei Wochen im Krankenhaus, doch niemand hatte ihm geholfen, weil er den Ärzten kein Geld gegeben hatte – leider ist das bei uns so! Er war sehr frustriert, denn er hatte den Eindruck, vergeblich gekommen zu sein. Ich selber war in diesen Tagen beruflich sehr beschäftigt, hatte nur wenig Zeit. Das Motto gab mir dennoch den Anstoß, ihn zu besuchen. Es wurde ein langes Gespräch. Fast vier Stunden haben wir geredet. Ihm tat es richtig gut, sich jemanden anvertrauen zu können. Auch wenn ich ihm fachlich nicht weiterhelfen konnte, war mein Dasein ein großes Geschenk für ihn. Die Topfblume, die ich ihm mitgebracht hatte, wird diese Augenblicke in seinem Herzen lebendig halten.

Die Schule hatte wieder begonnen und so galt es in unserer Klasse einen Kurssprecher zu wählen. Eine Mitschülerin hatte mich für dieses Amt vorgeschlagen. Anfangs war ich mir alles andere als sicher, ob ich tatsächlich zusagen sollte. Dann fiel mir ein Motto aus unserem go4peace-Camp ein: "Sei offen im Augenblick!“ Das hat mich total ermutigt und so habe ich zugesagt. Und dann spürte ich wieder diese tiefe Freude, die ich oft im Camp erlebt hatte.

Eines Abends saß ich während unseres Camps go4peace mit meinen Schwestern und einigen Freunden zusammen. Wir hatten viel Spaß zusammen. Ich sah, dass zwei Jungen aus unserem Camp allein an einem Tisch saßen und mit ihrem Handy beschäftigt waren. Ich hatte den Eindruck, dass sie sich alleine fühlten, so entschied ich mich, sie anzusprechen. Sie legten sofort ihre Handis aus der Hand und setzten sich zu uns. Wir sprachen über Schule, übers Reisen und über Gott und die Welt. Dann gesellten sich noch mehr Leute zu uns. Es war richtig lustig und schön. In den Augen der beiden Jungs spürte ich die Freude, mit dabei sein zu dürfen und in meinem Herzen war die gleiche Freude, dass ich den Augenblick beim Schopf gepackt hatte.