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Ich bin glücklich!

Der Schwiegervater unserer Chefsekretärin, (wir haben ein recht enges Verhältnis) , ist zur Zeit in der Kurzzeitpflege an meinem Arbeitsort untergebracht, während sie und ihr Mann endlich ein paar Tage Urlaub haben. Sie kümmern sich schon seit 8 Jahren um den altgewordenen Vater. Ich hatte versprochen, mich an meinen beiden freien Abenden um den alten Mann zu kümmern und ihn in der Einrichtung zu besuchen. Heute war mein Tag so anstrengend, dass ich meine Zusage echt schon bereute. Zudem war ich gestern vor der Pflegeeinrichtung so unglücklich gestolpert. Aber ich hatte mein Wort gegeben…. Ich kam echt ins Grübeln und suchte eine Ausrede! Die fand ich nicht, und das heutige Motto lautete: Schenk Deine Nähe! Ertappt! Müde, aber treu habe ich mich nach meiner Arbeit auf den Weg gemacht. Jede Ampel war rot und ein Parkplatz war auch nicht so leicht zu finden. Aber, dran bleiben! Der alte Herr strahlte, als ich in sein Zimmer kam. Wir haben ganz viel erzählt, face-time mit der Familie gehabt und ganz viel gelacht. Ich bin doppelt so lange geblieben, wie ursprünglich geplant. Ganz glücklich haben wir uns verabschiedet und meine Energie war irgendwie wieder da…. Welche Kraft im Evangelium verborgen liegt, ich stehe immer wieder staunend davor!

Pilotphase des Projektes navi4life war geplant. An drei Tagen würden wir mit dem Tiny House vor der Gesamtschule unserer Stadt stehen. Wir brauchten für die out-door-Projektphase gutes, vor allem trockenes Wetter. Das Projekt lebt von dem außergewöhnlichen, einladenden Ambiente des Tiny Houses. An den ersten beiden Tagen lief alles – wetter- und projektmäßig – gut. Am Morgen des letzten Tages wurde ich morgens von einem Starkregen in meiner Stadt geweckt. Wie sollte nun alles werden? Würden wir alles ins Schulgebäude verlegen müssen? Darunter würde die Projekt-Dynamik sehr leiden. Ich schaute auf einige Wetter-Apps. Die Unsicherheit blieb. Ich spürte: Lass all diese Fragen auf Gott hin los und bitte IHN um das, was wir für diesen Tag brauchen. Es liegt in Seiner Hand. Dann schlief ich ein. Am frühen Morgen des Tages, als wir zur Schule aufbrachen, hatte sich der Regen gelegt. Einige Wolken, die über unserer Stadt hingen, brachten keinen Regen mehr. Es blieb trocken und wurde schließlich ein sonniger Tag. Die beiden Projekt-Gruppen, die wir betreuten, arbeiteten gut mit. Am Abend fiel ich mit einem tief dankbaren Herzen ins Bett.

Es war Feiertag. Eine innere Stimme ließ mich verstehen: „Bring die Kartoffeln und Zwiebeln, die Du am Erntedankfest geschenkt bekommen hast, noch zu einer ukrainischen Familie mit drei Kindern!“ So erntete ich noch schnell ein paar Äpfel und machte mich mit einem großen Karton Früchte auf meinem Fahrrad auf den Weg. Da ich den Nachnamen der Familie noch nicht kannte, musste ich mich im Haus durchfragen. Endlich fand ich sie. Als sie die Tür öffneten, war die Freude unbeschreiblich groß. Schnell baten sie mich herein, boten mir Pilze an, die sie eben noch gesucht hatten und verschiedenste Früchte, die sie eingemacht hatten. Und dann gab’s noch selbstgebackenes Brot und selbstgemachten Käse. Ich war ganz gerührt. Beim Blick in meine Früchtekiste füllten sich die Augen der jungen Mutter mit Tränen. Sie ließ mich verstehen: „Unsere Freunde waren heute Morgen bei uns. Sie hatten nicht mitbekommen, dass der dritte Oktober in Deutschland Feiertag ist und die Geschäfte geschlossen sind. Nun brauchten sie dringend Zwiebeln. Wir haben ihnen dann all unsere Zwiebeln gegeben, die wir noch hatten. Und jetzt bringst Du uns neue Zwiebeln. Gott sorgt sich immer um uns!“

Während meiner Ferien war ich frühmorgens zu einer Wanderung aufgebrochen. Auf dem Wanderparkplatz hatte ich ein Ganztagesticket gekauft. Als ich am späten Vormittag zurück kam, währte das Ticket noch einen halben Tag lang. Ein jüngeres Ehepaar kam und parkte ihren Wagen neben dem meinen. Ich ging auf sie zu und fragte, ob ich ihnen mit meinem Parkticket eine Freude bereiten könne. Erstaunt schaute mich die Frau an und nahm das Ticket gern entgegen. „So was geschieht ja heute nur noch ganz selten, dass da jemand so aufmerksam ist!“ ließ mich die Frau wissen. Dann ging sie zum Auto, holte zwei Äpfel und gab sie mir: „Die sind für Sie. Sie sind frisch aus unserem Garten!“ Dann verabschiedeten wir uns. Heute nun – Wochen nach dem Urlaub – fiel mein Blick auf diesen Apfel. Voller Freude nahm ich ihn zur Hand und aß ihn. Meine Gedanken wanderten zurück zu dem Augenblick dieser schönen und ehrlichen Begegnung und ich spürte eine tiefe Freude im Herzen.