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Ich bin glücklich!

In einer Mail darf ich lesen: Meine beiden Kinder sind in ihren Berufen angekommen. Ich bin so stolz auf sie. Vor einigen Jahren kam ich einmal zu Dir. Meine Seele war dunkel und ich suchte das Licht. Auf meine Frage, was ich tun könnte, sagtest du zu mir:  „Fang an zu lieben!" Ich hab mir das zu Herzen genommen und ich habe angefangen, ehrlich und richtig zu lieben. Von diesem Augenblick an füllte sich mein Herz mit Licht. Ich bin das, was ich heute bin, durch diese vier Worte geworden: „Fang an zu lieben!“ Ich bin sehr dankbar.

Auf einer längeren Wanderung machte ich Rast auf einer Bank. Drei Ehepaare kamen mit einem kleinen Hund und gesellten sich zu mir. Wir begannen ein lustiges Gespräch und freuten, einander kennenlernen zu können. Ich hatte noch ein drei Fruchtschnitten in meinem Rucksack, für jedes Ehepaar eins. Ich gab sie ihnen mit der scherzhaften Bemerkung: Ehe würde ja auch bedeuten, das Leben zu teilen. Gern nahmen sie die kleine Gabe an. Am Ende bedankten wir einander, uns für diesen kurzen Augenblick begegnet zu sein. „Der bleibt bestimmt in meinem Herzen!“ ließ mich eine der Wanderinnen wissen, als ich weiterzog.

On a long hike, I stopped for a rest on a bench. Three couples came with a small dog and joined me. We started a funny conversation and were happy to get to know each other. I had three fruit slices in my backpack, one for each couple. I gave them to them with the joking remark: marriage would also mean sharing life. They gladly accepted the small gift. At the end, we thanked each other for having met for this short moment. "I'm sure it will stay in my heart!" one of the hikers told me as I moved on.

Eine Fortbildung zum Thema navi4life für Student*innen war in unserem Tiny House organisiert. Es hatte sich nur eine Teilnehmer*in angemeldet. „Und wenn es nur ein Gerechter ist, würdest du dann die Stadt Sodom verschonen?“ – Dieser abrahamitische Kuhhandel mit Gott kam mir in den Sinn. Ich rief die für die Fortbildung verantwortliche Person an und sagte ihr: „Auch für eine Person gestalten wir den Tag!“ Sie sagte zu. Am Vortag der Veranstaltung hörte ich: „Die einzige Teilnehmerin ist Corona positiv. Sie kann nicht kommen!“ Aber ich komme auf jeden Fall. Vier weitere Personen hatten wir kurzfristig noch begeistern können, doch auch von diesen vier sagte noch jemand wegen Corona wieder ab. Wir begannen den Tag. Es kam ein sehr lebendiger und tiefreichender Austausch unter uns in Gang. Mehr und mehr öffnete sich jeder. Die nachmittägliche Reflexion wurde ein highlight. „Für mich war es kein  Fortbildungstag, es war ein Exerzitien-Tag. Ich bin Gott neu auf die Spur gekommen!“ - „Ich bin so froh, dass ich allein – und damit ohne eine Rollenerwartung - kommen konnte! Ich hab gespürt, wie sehr Gott mich liebt und mich in so vielem anspricht! Ich fahre mit einer großen Freude im Herzen wieder nach Hause!“ – Keine Person der avisierten Zielgruppe war gekommen. Es hatte sich eine unerwartet bunte Gruppe zusammen gefunden, die den Weg des navi4life innig mitgegangen war. Gott baut Kirche, durch seinen Geist. Du weißt nicht woher er kommt und wohin er (Dich) weht.

Mit diesem Motto war ich in den Tag gestartet. Nachmittags besuchte ich eine Veranstaltung, die im Rahmen der „interkulturellen Woche“ veranstaltet wurde. Ich traf manches bekannte Gesicht. Auf einer Bank saß eine Frau mit Kopftuch. Sie schien ein wenig verloren. Ich setzte mich zu ihr auf die Bank und begann vorsichtig ein Gespräch. Ich staunte, wie gut sie unsere Sprache gelernt hatte. Sie war vor drei Jahren als Kurdin in unser Land gekommen. Ein gleichaltriger Mann gesellte sich zu uns. Sie stellte ihn als ihren Mann vor. Er hatte lange Jahre in einem pädagogischen Beruf gearbeitet und hatte sich dann aufgrund seiner Nationalität versteckt halten müssen. Nun waren sie in Deutschland. Wir sprachen über eine Stunde miteinander. Am Ende des Gespräches sagte der Mann: „Wie schön, dass Sie mit uns so lange gesprochen haben. Unsere Herzen sind sich begegnet!“