Ich bin glücklich!
Liebe Freunde des Wortes,
traumhafte Worte sind da zu lesen, bei Jesaja, einem Mann, der vor 2500 Jahren gelebt hat und ganz nah an Gott dran war: „Wenn der Geist aus der Höhe über uns ausgegossen wird, dann wird die Wüste zum Garten, und der Garten wird zu einem Wald. In der Wüste wohnt das Recht, die Gerechtigkeit weilt in den Gärten. Das Werk der Gerechtigkeit wird Friede sein, der Ertrag der Gerechtigkeit sind Ruhe und Frieden für immer.“ - Wie sehr sehnt sich unsere Zeit danach, Ruhe und Frieden zu finden. Doch unsere Medien sind voller Meldungen über Krieg, Zerstörung und Terror – Wüsten der Zerstörung. Was ist zu tun, damit aus der Vision eines blühenden Gartens, eines weltweiten Friedens Wirklichkeit wird?
Es braucht Gerechtigkeit! - aber nicht „eine vorgetragene, theoretisch durchgespielte, geplante Gerechtigkeit, sondern eine praktizierte und gelebte Gerechtigkeit,“ lässt uns Papst Franziskus verstehen. Und das Neue Testament lehrt uns, dass die vollkommene Erfüllung der Gerechtigkeit darin besteht, den Nächsten zu lieben wie sich selbst. „Wenn wir mit der Gnade Gottes dieses Gebot befolgen, wie ändern sich dann die Dinge! Weil wir uns ändern! Diese Person, dieses Volk, das ich als Feind ansehe, hat in Wirklichkeit das gleiche Gesicht wie ich, das gleiche Herz wie ich, die gleiche Seele wie ich. Wir haben den gleichen Vater im Himmel. Daher bedeutet die wahre Gerechtigkeit, dieser Person, diesem Volk das zu tun, von dem ich möchte, dass es mir und meinem Volk getan werde.“ (Franziskus)
Ohne Gerechtigkeit – kein Friede! Wenn in einer Familie ein Mitglied häufig benachteiligt oder ungerecht behandelt wird, kommt es auf Dauer zu Verurteilungen, Entfremdungen und später dann zu Spaltung. Der eine hat dem anderen bald nichts mehr zu sagen. Frieden ist kaum noch möglich. Um wie viel mehr gilt das auf Weltebene. Ausbeutung, Korruption, Sklaverei, Lohnvorenthalt, ungerechte Güterverteilung und Vertreibung sind das Gesicht der Ungerechtigkeit. Sie bringt Krieg hervor! Es braucht Gerechtigkeit, geboren aus gerechter Güterverteilung, ehrlicher Transparenz und Achtung vor der Würde jedes Menschen.
Liebe Freunde des Wortes, die Welt-Ordnung können wir nicht ändern, aber unser Herz können wir ändern, und mit ihm die Welt! Beginnen wir, unsere Nächsten mit geschwisterlichem Blick anzuschauen und ihnen das zu tun, was unser Herz sich an ihrer Stelle wünschen würde! Oft ist das Schwerst-Arbeit, weil sich unser Herz sträubt! Aber das ist der einzige key4peace – der Schlüssel zum Frieden. Dann bin ich fair und schaffe Gerechtigkeit. Also: Sei fair! – Be fair!
für das OnWordTeam
Meinolf Wacker
Liebe Freunde des Wortes,
es waren klare und eindeutige Worte, die Papst Franziskus im vergangenen Jahr in Sarajevo an die Welt gerichtet hat: „Selig, die Frieden stiften.“ - „Das ist ein immer aktueller Aufruf, der für jede Generation gültig bleibt. Jesus sagt nicht: „Selig, die Frieden predigen“; denn alle sind fähig, ihn zu verkünden, auch in scheinheiliger oder sogar lügnerischer Weise. Nein. Er sagt: „Selig, die Frieden stiften“; das heißt, die ihn herstellen. Frieden herzustellen ist eine „handwerkliche“ Tätigkeit, die Leidenschaft, Geduld, Erfahrung und Ausdauer erfordert. Selig sind die, die Frieden säen mit ihren alltäglichen Taten, mit dienstbereitem Auftreten und Handeln und mit Gesten der Brüderlichkeit, des Dialogs und der Barmherzigkeit … Ja, diese werden Söhne Gottes genannt werden. Denn Gott sät Frieden, immer und überall.“
Wir hören diese Worte in einer Zeit, in der die Menschheit an vielen Orten der Welt durch friedloses Tun zerrissen wird. Sie leidet und blutet. Und das, was wir an Zerstörerischem in der Weite der Welt wahrnehmen, gilt oft auch für unseren Nahbereich, sogar für unser eigenes Herz. Und wie reagieren wir, wenn wir Unfrieden spüren? – Oft urteilen wir über andere, werden aggressiv und ziehen uns zurück in unser eigenes Schneckenhaus. „Soll der Andere doch den ersten Schritt machen! Er soll sich entschuldigen! Ich bin doch im Recht!“ Solche und ähnliche Gedanken zerfurchen unser Herz und lassen den Abgrund zwischen uns immer tiefer werden.
Liebe Freunde des Wortes, wie können wir dann Frieden stiften? Vier handwerkliche Schritte können uns helfen. Mach Dir als erstes klar: Egal was mein Gegenüber falsch gemacht hat, auch ich bin ein Sünder. Ich bin Teil des Konfliktes! (1) Versuch als zweites, im Anderen mit Entschiedenheit die Schwester / den Bruder zu sehen. Du hast sie dir nicht ausgesucht, wie man sich auch die eigenen Geschwister in der Familie nicht aussucht. Aber sie sind deine Nächsten, die es zu lieben gilt! (2) Versuch dich ganz in die Lage des Anderen zu versetzen. Versuch zu verstehen, warum er so gehandelt hat. (3) Hab als vierten Schritt den Mut, in aller Behutsamkeit auch Dein Herz zu öffnen und von Deinen Gefühlen zu erzählen.(4) So wird ein Klima entstehen, in dem Friede möglich wird. Seien wir uns gewiss: Wenn wir mit Leidenschaft und Geduld so zu leben versuchen, wird Jesus uns stark machen. Er wird uns den Mut zu solchen Schritten des Friedens geben. Wir halten damit den „key4perace“ in unserer Hand! Egal was war, schau nach vorn und: Sei Bruder! – Sei Schwester! - Be brother! – Be sister!
Für das OnWordTeam
Meinolf Wacker
Liebe Freunde des Wortes,
einer von Euch schickte mir vor einigen Wochen eine Erfahrung aus seiner Kindheit. Er schrieb: „Ich war noch in der Primar-Schule. Ein Mitschüler hatte mir etwas Böses angetan. Ich war verletzt und total wütend. Aus dieser Wut heraus sagte ich zu den anderen Kindern in meiner Klasse: ‚Das lasse ich nicht durchgehen! Das werd‘ ich ihm heimzahlen!‘ Mein Herz war erfüllt von bösen Gedanken und ich dachte: ‚Wenn du dich revanchiert hast, wird es Dir besser gehen.‘ So hab ich meinerseits am nächsten Tag diesem Mitschüler etwas Schlechtes getan. Aber mir ging’s dadurch nicht besser! Im Gegenteil! Ich hab mich noch schlechter gefühlt und fand einfach nicht in den Frieden mit mir selbst.“
Wie anders klingt da der Rat des Apostels Paulus: „Bekleide dich mit aufrichtigem Erbarmen!“ Zuvor hat er seinen Lesern deutlich gemacht, dass sie von Gott geliebt sind und dass sie auserwählt sind, heilig zu leben. Das bedeutet, im Alltag nach den Spielregeln Gottes zu leben. Aber das kostet und ist alles andere als einfach. Eine dieser Spielregeln ist, nie Böses mit Bösem zu vergelten. Vielmehr ermutigt uns Jesus, Maß zu nehmen am Herzen Gottes, das sich von der Not und der Misere eines jeden Menschen anrühren lässt. Wenn also jemand uns Unrecht tut, dann ist er selber in sich gefangen und eben nicht frei. Seien wir dann aufmerksam, um nicht selber in die Fänge dieser Unfreiheit zu geraten. Dazu tut es gut, nicht sofort zu reagieren, sondern erst zu Jesus zu gehen und ihm alles zu erzählen. In seiner Nähe wird sich unser Herz beruhigen. Wir werden einen anderen Blick auf die Situation finden und – wenn’s gut geht - selber mit dem anderen barmherzig sein können. Solange wir besetzt sind von bösen Gedanken, ist die Kraft zu lieben in uns blockiert. Wenn wir hingegen all diese Gedanken Jesus geben, hilft er uns, ein barmherziges Herz zu finden und das Böse durch das Gute zu überwinden.
Eine Gruppe junger Leute hatte mich mehrfach im Stich gelassen. Ich war richtig verletzt. In mir tobte es. Ich brach ständig den Stab über sie und spürte, wie sich mein Herz immer mehr im Netz des Bösen verfing. Ich betete zu Jesus und bat ihn, mir zu helfen. Eine Stimme in mir ließ mich verstehen: Deine Liebe muss größer sein, als ihre Schuld. Ich kämpfte um ein Treffen mit ihnen. Lange ließen sie mich warten. Doch dann kam es zu dem Treffen. Mein Herz war durch all das Ringen frei geworden. Ich spürte eine große Barmherzigkeit in meinem Herzen, mit der ich den Jugendlichen begegnen konnte. Was blieb, war eine große Freude! Es lohnt sich immer neu, diesen Weg zu gehen. Also: Sei barmherzig! – Show mercy!
Für das OnWordTeam
Meinolf Wacker
Liebe Freunde des Wortes,
wir kennen ein „mildes Klima“ und eben auch „milde Winter“. Beim Kaffee gibt’s die „milde Sorte“ und beim Urteils-Spruch im Gerichtssaal gibt es „mildernde Umstände“. Der Richter, der dem Angeklagten gegenüber wohlgesonnen ist, lässt „Milde“ walten. Damit beschreibt dieses zugegebenermaßen selten verwendete Wort eine menschliche Haltung, in der Güte und Sanftmut, Nachsicht und wohlwollendes Verstehen geübt werden. Milde ist eine Haltung des Herzens, die Lebens-Raum ermöglicht.
Wie wichtig ist diese Haltung in einer Zeit, in der Fanatiker in vielen Bereichen der Welt die Nachrichten prägen und Angst und Schrecken verbreiten! Doch wie können wir selber zu Menschen werden, die nicht sofort sauer und schroff reagieren, sondern Milde walten lassen?
In der Mail einer jungen Frau las ich: „Wenn das ‚nörgelnde Ich‘, das ich oft in mir erlebe, eine andere Person in meinem Umfeld wäre, hätte ich schon längst die Freundschaft aufgekündigt!“ Um also „mild“ zu werden, gilt es als erstes, mit sich selber in eine innere Balance zu finden. Nur aus dem Ja zu mir erwächst die Kraft, auch anderen wohlwollend und mild begegnen zu können. Aber wie komme ich zu dieser inneren Ausgeglichenheit? Wie finde ich eine gute Balance in mir, um nicht - wie ein Artist - vom Hochseil meines Lebens in den Abgrund der Unzufriedenheit und Nörgelei zu stürzen?
Dazu braucht es tägliche „Aus-Zeiten“, in denen ich mich unter die Augen Jesu stelle und mich von ihm anschauen lasse. Er liebt mich und will mir zum Leben verhelfen. Er schaut immer auf das Gute in mir, um mich stark und froh werden zu lassen. Tun wir es ihm gleich! Schau - beispielsweise in 5-10 Minuten am Morgen oder / und am Abend - auf all das, was gut war und gelungen ist! Schau auf Deine Talente und auf das, was Du geschafft hast! Sei dankbar dafür! Und wenn Du magst: Wag einen Freuden-Sprung! Und bezogen auf das, was nicht gut war, sei barmherzig mit Dir selber. Bleib nicht daran hängen. Nimm Dir vielmehr sofort (!) etwas vor, was Dir Freude macht und Deine innere Zufriedenheit wachsen lässt. Jesus möchte, dass Du froh bist. Sein liebender Bick ist „Quelle der Milde“!
Liebe Freunde des Wortes, wenn es uns gelingt, der eigenen Seele Raum zum Wachsen und zur Zufriedenheit zu geben, dann werden wir auch anderen diesen Raum geben und uns ihnen gegenüber mild verhalten können. Unser Motto für den Monat Juni: Es gilt: Mild! - Be mild – not wild!
Für das OnWordTeam
Meinolf Wacker