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Ich bin glücklich!

Liebe Freunde des Wortes,

mitten im Vorraum einer Bank einer deutschen Groß-Stadt lag ein alter Mann. Er war gestürzt und lag reglos auf dem Boden. Es war schon spät. Die Überwachungskameras der Geld-Automaten zeigten später, dass eine jüngere Person in eben diesen Vorraum kam, über den am Boden liegenden stieg, sich Geld zog und wieder gegangen ist. Der Unbekannte hatte den Hilfs-Bedürftigen am Boden liegen lassen. Er ist kurze Zeit danach gestorben.

Im Buch über die Exerzitien von Papst Franziskus im März 2016 ist zu lesen: „Die eigentliche Trennlinie verläuft nicht zwischen Christen, Muslimen oder Juden, zwischen Gläubigen und Nicht-Glaubenden, sondern zwischen denen, die stehen bleiben und denen, die nicht stehen bleiben, sondern schnurstracks weitergehen, an den Wunden und der Not vorbei. Anhalten oder nicht, das macht den eigentlichen Unterschied!“

Ein junger Afrikaner hatte um Asyl in Deutschland gebeten. Sein Antrag war abgelehnt worden. Nun musste er das Land wieder verlassen. Seine Botschaft konnte ihm jedoch keinen Pass ausstellen, da seine Eltern schon tot waren und er in seinem Land nicht registriert worden war. Ohne dieses Dokument konnte er nicht ausreisen. Von staatlicher Seite bekam er nur noch ganz wenig Geld. Er konnte kaum überleben. -  Von einer Frau hörte ich: „Ich lad ihn jetzt immer mal wieder zum Essen ein. Dann bekommt er eine warme Mahlzeit!“ Ein Chor, in dem der junge Afrikaner mitgesungen hatte, entschied sich, ein Benefiz-Konzert für ihn zu machen. Andere machten sich auf den Weg, um Schuhe in Größe 42 zu besorgen.

Liebe Freunde des Wortes, „wohl dem Menschen, der gütig und zum Helfen bereit ist!“ – Es ist immer neu Gottes Ruf an uns: Bleib stehen! und: Sei konkret!

für das OnWordTeam
Meinolf Wacker 

Liebe Freunde des Wortes,

oft sind es kurze, prägnante Worte und Impulse, die sich in unserem Herzen eingenistet haben und uns Mut zum Leben geben. „Ich denk an Dich!“ - wie viel Kraft gibt so ein Wort in schweren Zeiten. Auch wenn mir die Wogen über dem Kopf zusammen schlagen, ich weiß, dass ich nicht allein bin.

Auch unser Glaube an Gott braucht solche Kurzformeln, die uns im Alltag – kurz ausgesprochen – mit Gott in eine lebendige Beziehung bringen können. Jeder von uns hat seine persönlichen Glaubens-Kurzformeln, die es zu entdecken gilt. In diesem Jahr bieten wir Euch monatlich eine solche Kurzformel – jeweils in Verbindung mit einem biblischen Wort. Aufgehängt sind diese Glaubensaussagen jeweils an einer konkret gemachten Erfahrung.

An einem Weihnachtsfest hatte ein Nicht-Sesshafter in unserer Wohngemeinschaft angeklopft. Wir luden ihn ein, die Weihnachtstage mit uns zu verbringen. Nach Jahren auf der Straße war die gemeinsam geteilte Zeit für ihn etwas ganz besonderes, was ihn die Wärme einer Familie erfahren ließ. Er blieb länger als ursprünglich geplant. Am Silvesterabend saßen wir in einer kleinen internationalen Runde zusammen. Ich übersetzte für den „Bruder der Landstraße“ die Erfahrungen, die in anderen Sprachen erzählt wurden. So mitten drin zu sein in einer Gemeinschaft, hatte er noch nie erlebt. Am Ende des Abends sagte er: „Ich glaube, ich bin gerad‘ der glücklichste Mensch der Welt! Fühl mich verrückt geliebt!“

So ist es mit Gott. ER liebt Dich unendlich, so wie Du bist! Er ist wie eine sich verschenkende Mutter und wie ein fürsorgender Vater. ER will nur, dass es Dir gut ergeht, auch wenn Du Seine Wege oft anfangs nicht verstehst. Aber diese Liebe gilt es zu entdecken. Mitten im Alltag. Sag’s immer neu: Bin verrückt geliebt!  -  Crazily loved!

für das OnWordTeam
Meinolf Wacker

Liebe Freunde des Wortes,

Gott auf die Spur zu kommen ist ein echtes Abenteuer. Aber seine Phantasie, sich entdecken zu lassen, ist grenzenlos! Ich denke an eine junge Muslima, die unseren Film „be brother - be sister“ im Netz gefunden hatte. Sie wollte uns kennen lernen. Ihre Wurzeln lagen in Albanien, groß geworden war sie in Dubai mit syrischem Pass und jetzt studierte sie in Berlin. Sie rief mich an. Wir trafen uns auf einem Bahnhof und tranken gemeinsam einen Kaffee. Mit großen neugierigen Augen schaute sie mich unter ihrem Kopftuch an. Vom ersten Augenblick unseres Zusammenseins spürte ich eine vertrauensvolle Atmosphäre. Unvermutet blieb sie noch zu einer Hochzeit, zu der ich nach Berlin gekommen war. Abends brachte ich sie zurück zum Bahnhof. Ein wenig scheu stellte mir noch eine Frage. „Ich glaube nicht, dass ihr Christen an drei Götter glaubt, aber ich verstehe euch nicht! Kannst Du mir da helfen?“

In ihre fragenden Augen hinein sagte ich: „Du hast eine Frage im Herzen. Zwischen Dir und mir ist ein echtes Vertrauen entstanden, das Dir den Mut gibt, mir diese Frage zu stellen. Diese Frage lockt aus mir eine Antwort hervor. Spürst Du diese Dynamik unter uns?“ Sie nickte. „Wir Christen glauben, auf Gottes Abbild hin geschaffen zu sein. Und Gott ist in sich Beziehung. Der Vater lebt in totaler Hingabe, die der Heilige Geist ist, für den Sohn. Und der Sohn lebt genauso für den Vater. In Gott – so glauben wir – ist echt was los. Leben und Dynamik pur – aus der die ganze Welt entstanden ist. Gott ist WIR. Und wenn wir gemeinsam, wie jetzt gerade, dieses WIR leben, sind wir glücklich.“ Tränen füllten die Augen der jungen Frau. Sie schien tief berührt. Bevor sie in den Zug stieg, sagte sie mir noch: „Diese Erleuchtung werde ich nie vergessen!“

Liebe Freunde des Wortes, Gott – das hat uns Jesus verstehen lassen – ist in sich Beziehung. Er ist WIR. Tun wir’s ihm gleich und leben wir mehr gemeinsam als einsam. Und seien wir uns gewiss, auf diesem Weg finden wir die Freude, die ich in den Augenblicken mit Aman, der jungen Syrerin, finden durfte. Gott ist wir! – God is us!

für das OnWordTeam
Meinolf Wacker

Liebe Freunde des Wortes,

meist sind es konkrete Erfahrungen, durch die Gott uns tiefer sein Geheimnis erahnen lässt. Ich denke an die Begegnung mit einer jüngeren Frau. Für sie war’s richtig schwer geworden. Sie kam aus armen Verhältnissen und war sehr talentiert. Schon in jungen Jahren hatte sie viel erleben dürfen und doch war sie oft traurig. Ihre Ziele hatte sie hoch gesteckt. Aber sie wollte sie alleine erreichen– auf eigene Faust. So war sie einsam geworden. Manche Freundschaft war zerbrochen. Ein verborgener Stolz ließ die Freunde abblitzen. Was blieb, waren Tränen – der Verzweiflung, der Einsamkeit und der Enttäuschung über sich selbst.

„Ich kann nicht mehr! Ich tue immer wieder das, was ich nicht will! Ich verletze Menschen und stoße sie zurück. Irgendwie kann niemand wirklich mit mir leben – und ich auch nicht mit ihm!“ Ich schaute in Tränen und hörte erneut: „Ich kann nicht mehr!“ 

„Ich verurteile Dich aber nicht!“ ließ ich sie nach einer schwierigen Situation wissen. „Und warum nicht?“ fragte sie ein wenig erstaunt. „Ich verdiene es doch wirklich nicht, dass jemand mir Freund bleibt!“ Im anschließenden Gespräch entstand ein Raum, in den sie alles hineinsagen und hineinweinen konnte. Alles fand Raum. Sie konnte wieder atmen. Ein Strahlen – voller Dankbarkeit – entsprang ihren Augen. Ich werde es nie vergessen. Gott war da, er hatte sie neu berührt und heilen können.

Liebe Freunde des Wortes, „wenn das Herz uns auch verurteilt - Gott ist größer als unser Herz und er weiß alles!“ (1 Joh 3,20) Ist das nicht tröstlich? – Wenn wir’s in unserer Haut nicht mehr aushalten, wenn wir uns nicht mehr mögen und auf den Mond schießen könnten, dann ist Gott da, der größer ist und schon alles weiß. Diese Glaubenszusage schafft neuen Lebensraum, gerade dann, wenn nichts mehr geht! Also, sag’s Dir immer neu: Gott ist größer! – God is greater! Sag’s nochmal! Gott ist größer! – God is greater! Dann wirst Du wachsen, unter den Augen Seiner Liebe! 

für das OnWordTeam
Meinolf Wacker