Ich bin glücklich!
Eine unerwartete Enttäuschung hatte mich eine schlaflose Nacht und viel innere Kraft gekostet. Als ich aufstand, spürte ich, wie sehr meine Seele im Dunkel war. Ich wollte meinen Tag nicht von diesem Dunkel bestimmen lassen. Ich nahm das Tagesevangelium zur Hand und las, wie Jesus seinen Jüngern Erfahrungen in Erinnerung rief, die ihnen zum Glauben helfen konnten. So wurde das Motto „Erinnere, was Gott für dich getan hat!“ geboren. Ich nahm mir vor, jeden kleinen Schritt des Tages sehr bewusst und aus Liebe zu tun. Nachmittags hatte ich in einem Flüchtlings-Café zu tun. Auf einmal kam ein junger Afghane ins Café, den ich mehrere Monate nicht mehr gesehen hatte. Freudestrahlend zeigte er mich seinen LKW-Führerschein, den er gerade ausgehändigt bekommen hatte. Ihm und seiner Frau hatte ich auf den ersten Metern seines Lebens in unserem Land sehr helfen können. Ein freundschaftliches Band war zwischen uns gewachsen. Voller Freude und Dankbarkeit nahm er mich fest in den Arm. In diesem Augenblick hatte ich den Eindruck, dass Gott mich umarmt und mir einen neuen Frieden schenkte.
“Remember what God did for you!”
An unexpected disappointment had cost me a sleepless night and a lot of inner strength. When I got up, I felt my soul in the dark. I didn't want that this darkness in my heart would rule my day. I picked up the gospel of the day and read how Jesus reminded his disciples of experiences that could help them to believe. This is how the motto “Remember what God did for you!” was born. I decided to do every little step of the day very consciously and out of love. In the afternoon, I was in a refugee café. Suddenly a young Afghan came into the café whom I had not seen for several months. Beaming with joy, he showed me his truck driver's license, which has just been given to him. I had been able to help him and his wife a lot on the first few meters of his life in our country. A friendship had grown between us. Full of joy and gratitude, he hugged me tightly. At that moment I had the impression that God was hugging me and giving me a new peace.
Eine Tasse Kaffee stand auf dem Tisch, ein paar Plätzchen daneben – liebevoll hergerichtet. Wir begannen zu erzählen, alles, was uns in den vergangenen Wochen bewegt hatte, kam ins Gespräch. Es hatte eine Zeit tiefer innerer Verunsicherung und Unruhe gegeben. Alles ging einher mit dem Gespür, an bestimmten Punkten versagt zu haben. Ich öffnete mein Herz, so behutsam und einladend, wie ich konnte. Immer weiter zurückliegende Ereignisse kamen ins Gespräch. Ich hörte zu, nahm alles auf. Zerwürfnisse, Ungereimtheiten, Bedrängnisse und Schuld… alles hatte auf einmal Raum unter uns. Das Herz öffnete sich bis in tiefe Abgründe hinein. Sprechen, Schweigen, Tränen. Sprechen, Schweigen, Tränen. Alles durfte sein. Alles kam ins Wort. Alles wurde möglich. Der verborgene Gott zwischen uns. „Darf ich dir im Namen Jesu die befreienden Worte der Vergebung zusagen?“ fragte ich behutsam. Ein vertrauensvolles Nicken. „… ER hat uns Menschen den Heiligen Geist gesandt zur Vergebung all unserer Sünden…“ Und es geschah. Ein Augenblick tiefster Gnade. ER, der Heilende, der Heiland unter uns.
HE moves hearts!
A cup of coffee was on the table, a few cookies beside it - lovingly prepared. We started to speak, everything that had moved us in the past few weeks got under discussion. There had been a time of deep insecurity and unrest. Everything went hand in hand with the feeling of having failed at certain points. I opened my heart as gently and invitingly as I could. Events going back further and further came into discussion. I listened, taking all in my heart. Quarrels, inconsistencies, afflictions and guilt ... everything suddenly had space between us. The heart opened deep. Speak, silence, tears. Speak, silence, tears. Everything could be. Everything got in the way. Everything became possible. The hidden God in between of us. "May I promise you the liberating words of forgiveness in the name of Jesus?" I asked gently. A trusting nod. "... He sent us the Holy Spirit to forgive all our sins ..." And it happened. A moment of deepest grace. HE, the healer, the Savior among us.
Während unseres Sommercamps in Brno / Ost-Tschechien hatten wir die Bewohner eines Alten-Zentrums besucht und mehrmals Zeit mit ihnen verbracht. Die Freude über diese Begegnungen, die auf den Gesichtern der alten Menschen aufgestrahlt war, hatte ich auch Monate danach noch sehr im Herzen. – In der vergangenen Woche sind zwei Bewohnerinnen dieses Zentrums gestorben. Eine Frau aus diesem Haus rief mich an, um mir das zu erzählen. Auch ihr war die gemeinsam geteilte Zeit so sehr im Herzen geblieben, dass sie den Schmerz über den Tod der beiden mit mir teilen wollte.
During our summer camp in Brno / Eastern Czech Republic we visited the residents of an old people's center and spent time with them several times. The joy of these encounters that shone on the faces of the elderly was still in my heart months later. - Two residents of this center died last week. A woman from this house called me to tell me. The time we shared was so present in her heart that she wanted to share the pain of their death with me.
Er hatte sich sehr verspätet und es lag noch eine Autofahrt von weit über zwei Stunden vor uns – an einem Freitagnachmittag. Ich wusste, wir würden zu spät sein zu einer Feier, zu der wir uns auf den Weg gemacht hatten. „Bin in fünf Minuten da!“ hörte ich am Telefon. Aus diesen 5 Minuten wurden abermals über 15 Minuten. Wir entschieden, ohne ihn abzufahren. Nach zwei Minuten ein erneuter Anruf. Er hatte sich im Treffpunkt geirrt, wollte aber immer noch gerne mit. „Jede Begegnung – eine Chance!“ kam mir in den Sinn. Ich fuhr auf einen Parkplatz und wartete abermals. Er kam und stieg ein. Vom ersten Augenblick an versuchten wir ganz füreinander da zu sein. Er begann von seinem Hobby – der Imkerei - zu erzählen. Es wurde eine spannende total bereichernde Autofahrt. Mit ganz wenig Verspätung erreichten wir unser Ziel und tauchten ein in die nächsten Begegnungen.
He was very late and there was still a trip by car well over two hours ahead of us - Friday afternoon. I knew we were going to be late for an assembly we were heading to. "I'll be there in five minutes!" I heard on the phone. These 5 minutes became over 15 minutes again. We decided to leave without him. Another call after two minutes. He had been at the wrong meeting point, but still wanted to go with us. "Every encounter - an opportunity!" came to my mind. I drove to a parking place and waited again. He came and got in. From the first moment, we tried to be there one for each other. He started talking about his hobby - beekeeping. It was an exciting, totally enriching drive. We reached our destination with a little delay and plunged into the next encounters.