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Ich bin glücklich!

‘Eigentlich’ geht’s mir gut! Aber wenn ich genauer hinschaue, ist mein Leben zurzeit angefochten und fragil. Ein ständiges auf und ab. Zwischendurch Angst-Attacken, Panik-Schübe, Verzweiflung, Hilflosigkeit... Aber eine Entdeckung der vergangenen Monate hilft mir und läßt mich Gott in all dem nahe glauben. Es ist das Gebet des Rosenkranzes. In ihm finde ich meine Ruhe und Kraft. Manchmal sitze ich beim Lernen einfach da und habe den Rosenkranz in meiner Hand, nur so... nebenbei lese ich in den Büchern... aber ich halte mich fest an den Perlen und an den Zusagen, die mir dieses Gebet gibt. Vertrauen haben... ja! Das vergesse ich in einer solchen Situation so schnell! Und dann kommen sie wieder, die Zweifel und Unsicherheiten... Schaffst du die Prüfung überhaupt? Hast du das Richtige gelernt? Was ist, wenn.... Gut, dass dann immer wieder die Perlen durch meine Hand gleiten.  Und irgendwie geschieht es dann, dass ER kommt, der Heilige Geist und mir neu den Frieden schenkt, den Jesus uns versprochen hat. Ja, komm Heiliger Geist!

Wenn ich an die ersten Schritte meiner Reise zum Weltjugendtag nach Brasilien denke, dann spür ich da so sehr die Kraft des Geistes am Werk. Ich war aufgebrochen, um meine Anmeldung und meine Unterlagen persönlich abzugeben. Ich schellte und der, bei dem ich schellte, wußte nicht, dass ich kommen würde. Wir hatten uns viele Jahre nicht gesehen. Ich hatte mich sehr verändert und beim ersten Anblick erkannte mich mein Gegenüber an der Tür nicht. Und dennoch: Er bat mich in seine Wohnung und bot mir sofort etwas zu trinken an. Dieses bedingungslose Empfangen, diese Offenheit, die mir als  "Fremden" entgegen gebracht wurde, hat mich sehr berührt. Diese Erfahrung inspiriert mich auch heute noch, im Alltag immer wieder andere Menschen "reinzulassen", sie zu empfangen und ihnen Liebe zu schenken! Ich bin sehr dankbar für diese schöne Erfahrung!

“Schön, dass du dich meldest!” höre ich, als ich - einem Impuls folgend - einen jungen Studenten anrufen. “Nein, es geht nicht gut. Die Prüfungs-Phase rückt immer näher und ich spüre, wie ich immer weniger in meinen Kopf aufnehmen kann! Oft befällt mich eine Panik und ich weiß nicht, wie ich die nächsten Tage noch in Ruhe leben soll!” Ein längeres Gespräch entwickelt sich. Langsam ordnen sich einige Prioritäten wieder. Bei allem Lernen und selbst-verantworteten Tun, gilt es vor allem auch zu vertrauen! “Weißt Du, immer dann, wenn’s eng wird in Deiner Seele, wend Dich wirklich an den Heiligen Geist und bitte ihn: ‘Komm, Heiliger Geist!’ Denn er lenkt, was den Weg verfehlt!” - “Oh, wie gut, dass ich all das in diesen Augenblicken mit Dir teilen kann! Ja, so will ich es machen. Ich werde mir dieses kurze Gebet auf einen Zettel schreiben und es auf meinen Schreibtisch legen. Mit Seiner Hilfe werde ich diese Tage bestehen können!”

Ich war zum Einkauf  unterwegs und schaute noch eben in einem Wollgeschäft vorbei.  Außer der Verkäuferin waren noch zwei weitere Frauen im Geschäft, eine davon mit zwei kleinen Kindern, drei und fünf Jahre alt. Beide Frauen brauchten Beratung der Inhaberin. Die beiden Kinder hingegen suchten alles andere als Beratung, sie trieben ein wildes Spiel, indem sie sich immer wieder versteckten und dann plötzlich wieder hinter einem Regal auftauchten. Der Mutter war das ziemlich unangenehm und es gelang ihr nicht, die beiden Mädchen zu bändigen. Die Stimmung im Geschäft wurde zunehmend gereizter, da die Kinder das Geschehen echt beherrschten und niemand wirklich einkaufen oder beraten werden konnte. Als die Kleinere der beiden Mädchen in meine Nähe kam, sprach ich sie an und schaute mir dann mit ihr zusammen einige Pullover an. Langsam kam ich mit der Kleinen ins Gespräch. Neugierig geworden, kam nun auch die ältere Schwester dazu. Ich sagte den beiden:”Was hab ich doch heut für ein Glück gehabt, euch beiden hier zu treffen. Allein bin ich hilflos, denn ich muß Wolle für meine Tochter aussuchen!” Sie strahlten. Dann fragte ich sie: “Würdet ihr mir dabei wohl helfen?” Beide machten sich sofort mit mir auf die Suche. Richtig niedlich. Ich spürte förmlich, wie die Stimmung im Laden wieder entspannter wurde! Als die Mutter ihren Einkauf beendet hatte, bedankte sie sich bei mir für die Beschäftigung der Kinder. Mir hatte es wirklich Spaß gemacht. Im letzten Moment kam die Ältere der Mädchen mit einer blauen Baumwolle angelaufen, strahlte mich an und fragte :"Suchst du diese Farbe?" Ganz genau diese Farbe und auch diese Qualität wollte meine Tochter gerne haben. Ich selber hatte sie nicht gesehen....