Ich bin glücklich!
Liebe Freunde des Wortes,
ich beobachtete einen kleinen Jungen beim Spielen. Er spielte mit anderen Kindern zusammen Fußball, war oft aber nicht fair. Auf einmal begannen seine Spielkameraden ihn auszugrenzen und gaben ihm den Ball nicht mehr ab. Er wurde richtig wütend, begann zu weinen und zu schreien und lief schließlich vom Spielfeld weg. Seine Mutter saß am Rand auf einer Bank. Der Kleine setze sich wütend und schluchzend auf ihren Schoß. Seine Mutter nahm ihn in die Arme. Sie war einfach da für ihn und hielt ihn. Ganz langsam wurde er ruhig und fand seinen Frieden wieder.
Liebe Freunde des Wortes, nichts gibt uns größeren Halt, als die Gegenwart eines Menschen, der uns liebt und für uns da ist. Sind wir mit solchen Menschen zusammen, ordnen sich Fragen, Nöte und Sorgen in uns – im gemeinsamen Gespräch oder im Schweigen. Emotionen, die eben noch brodelten wie ein Wildbach, verlieren ihre zerstörerische Kraft. Unsere Seele findet in ihre Balance zurück. Sie wird wie ein stiller See, bei dem wir auf den Grund schauen können.
Diese Erfahrung machen Menschen seit langer Zeit in ihrer Beziehung mit Gott. Ein Betender schreibt vor 2500 Jahren: „Ich ließ meine Seele ruhig werden und still, wie ein kleines Kind bei der Mutter ist meine Seele still in mir.“ Such in diesem Monat immer neu solche Augenblicke der Stille, in denen Du einfach da bist – ganz da. Vielleicht morgens unter der Bettdecke, wenn der Tag noch vor Dir liegt – vielleicht an einem Lieblingsplatz in Deinem Zimmer – vielleicht in einer Kirche – vielleicht auch an einem Platz in der Natur. Wichtig ist nur, dass es ein Ort ist, wo Dich nichts ablenkt und Du ganz auf Deine Seele merken kannst. Wenn Du ihr Raum gibst vor Gott, ordnet sich vieles in dir. Du findest neu Deinen Frieden. Und kannst ihn weitergeben an viele. – Ich suche Stille!
für das OnWordTeam
Meinolf Wacker
Liebe Freunde des Wortes,
ein Sprichwort lehrt uns: „Dass die Vögel der Sorge und des Kummers über Deinem Haupt fliegen, kannst Du nicht ändern. Aber dass sie Nester in Deinem Haar bauen, das kannst Du verhindern.“ – Aber wie können wir lernen, so mit unseren Sorgen umzugehen, dass sie uns nicht die Luft zum Atmen nehmen?
Der Evangelist Lukas erzählt von zwei Freunden Jesu, die nach dessen Tod in ihren Sorgen fast untergehen. Sie gehen weg von Jerusalem, wo Jesus – ihre Hoffnung – gestorben ist. Auf dem Weg klagen sie einander ihr Leid. Dieses Jammern hilft ihnen wenig. Es zieht sie immer tiefer ins Dunkel. „Zufällig“ stößt jemand zu ihnen. Er stellt Fragen. „Was sind das für Dinge, über die ihr da auf eurem Weg miteinander redet?“ Sie reagieren genervt und fragen, ob er denn gar nichts vom Tagesgeschehen in Jerusalem mitbekommen habe. Der Fremde bleibt dran und fragt weiter: „Was denn?“ Sie beginnen zu erzählen – von ihren Hoffnungen und Träumen, von ihren Enttäuschungen und ihrer Verzweiflung. Es tut so gut, alles sagen zu können! Sie richten sich auf und können ihren Blick wieder heben. Auf einmal verstehen sie. Gott war ihnen in diesem „Fremden“ begegnet. Er war es selbst. Er hatte ihnen die Sorge genommen – durch „nervende Fragen“.
Liebe Freunde des Wortes, helfen wir einander, dass Sorgen niemals Nester in unseren Haaren bauen. Oft sind es kleine Fragen – vielleicht lustig formuliert, die die Sorgen aus unserem Herzen hervor locken können: „Oh, die Falten auf Deiner Stirn waren auch schon mal weniger zahlreich – oder?“ Helfen wir einander, die Sorgen zu erzählen, dann ist Jesus unter uns, folglich „werfen“ wir unsere Sorgen auf ihn. Er hat Sehnsucht nach Deinen Sorgen. Er will Dich glücklich sehen. Deshalb dürfen wir ihn bitten: Nimm meine Sorgen! - Take away my sorrows!
für das OnWordTeam
Meinolf Wacker
Liebe Freunde des Wortes,
im Juni 2015 rief Papst Franziskus in Sarajevo dazu auf, „Handwerker des Friedens“ zu werden. Er lud ein, sich aktiv für den Frieden einzusetzen. Er sagte: „Frieden herzustellen ist eine ‚handwerkliche‘ Tätigkeit, die Leidenschaft, Geduld, Erfahrung und Ausdauer erfordert. Selig sind die, die Frieden säen mit ihren alltäglichen Taten, mit dienstbereitem Auftreten und Handeln und mit Gesten der Brüderlichkeit, des Dialogs und der Barmherzigkeit … Ja, diese ‚werden Söhne (und Töchter) Gottes genannt werden‘. Denn Gott sät Frieden, immer und überall. Frieden herzustellen ist eine Arbeit, die jeden Tag weiterzuführen ist, Schritt für Schritt, ohne je zu ermüden.“ Aber was können wir tun auf der „Jagd nach Frieden“?
In der Regel des heiligen Benedikt heißt es: „Willst du wahres und unvergängliches Leben, bewahre deine Zunge vor Bösem und deine Lippen vor falscher Rede! Meide das Böse und tu das Gute; suche den Frieden und jage ihm nach!“ Das Böse meiden und das Gute tun; sich abkehren von Eigennutz und Egoismus, um das zu suchen und zu tun, was dem Frieden dient – auf diesen sehr konkreten Weg ruft der heilige Benedikt jeden Mönch und letztlich jeden Menschen, der wirklich Frieden will.
Ich war mit einer Gruppe Jugendlicher im Auto unterwegs. Ein Geschwisterpaar hatte sich total zerstritten. Immer wieder verletzten sie einander mit bösen Worten. Ganz anders verhielt sich ein Jugendlicher, der versuchte, alles zu teilen, was er hatte: Bonbons, Salzstangen, kleine lustige Bilder auf seinem Smartphone. Er gab es sogar aus der Hand, um andere damit spielen zu lassen. Als der Streit zwischen dem Brüderpaar eskalierte, wandte sich der Junge den Streitenden zu, gab ihnen ein Bonbon und sagte verschmitzt lächelnd: „Hier, nehmt eins davon und esst es, dann seid ihr wenigstens wieder leise!“ Alle begannen zu lachen. Spannung und Ärger wichen. Es kehrte Frieden ein. Liebe Freunde des Wortes, Friedensstifter sind aktiv! So sind wir mit aller Kreativität und Pfiffigkeit eingeladen, Frieden „herzustellen“. Jeden Tag neu: Go4peace!
für das OnWordTeam
Meinolf Wacker
Liebe Freunde des Wortes,
welche Freude ist es, in die strahlenden unverfälschten Augen eines Kindes zu schauen. Da sie einem reinen kindlichen Herzen entspringen, schauen wir bis zu Gott hindurch. Das sind Momente tiefen Glücks! Ein solch reines Herz ist jedem von uns bei unserer Geburt geschenkt. Sich ein solches Herz zu bewahren und nicht den Verlockungen der Macht, des Besitzes und dem Verlangen nach Vergnügen zu erliegen, ist gar nicht leicht.
Beim Weltjugendtag 2013 in Rio sagte Papst Franziskus: „Die Zeit der Jugend ist die, in der der große Reichtum des Gefühlslebens aufblüht, der in euren Herzen vorhanden ist, der tiefe Wunsch nach einer wahren, schönen und großen Liebe (…) Indem ich euch einlade, die Schönheit der menschlichen Berufung zur Liebe neu zu entdecken, fordere ich euch auch auf, euch der verbreiteten Tendenz zur Banalisierung der Liebe zu widersetzen, vor allem wenn versucht wird, sie allein auf den sexuellen Aspekt zu reduzieren und man sie so von ihren wesentlichen Merkmalen der Schönheit, der Gemeinschaft, der Treue und der Verantwortung trennt. Liebe junge Freunde, in der Kultur des Provisorischen, des Relativen predigen viele, das Wichtige sei, den Augenblick zu ‚genießen‘, sich für das ganze Leben zu verpflichten, endgültige Entscheidungen ‚für immer‘ zu treffen, sei nicht der Mühe wert, denn man weiß ja nicht, was das Morgen bereithält. Ich hingegen bitte euch, Revolutionäre zu sein; ich bitte euch, gegen den Strom zu schwimmen!“
Liebe Freunde des Wortes, ein reines Herz lässt frei und gibt Raum zum Leben. Ein unreines Herz klebt an Dingen und Menschen und will besitzen. Bitten wir Gott immer neu um ein reines Herz, das frei lässt und das Beste für unser Gegenüber will. So schwimmen wir gegen den Strom und werden fähig für eine echte beständige Liebe. Und wenn unser Blick unrein war und besitzen wollte, dann gilt: Fang neu an! – Start again!
für das OnWordTeam
Meinolf Wacker