Ich bin glücklich!
Zwei Teenies hatten bei einem Aufenthalt in einem Schullandheim, sehr negative religiöse Gefühle gezeigt, hatten symbolhafte Gegenstände zerstört und Mitglieder einer anderen Religion zutiefst verletzt. Das galt es ins Bewusstsein der jungen Leute zu holen und aufzuarbeiten. Eine Lehrerin, der es sehr am Herzen lag, Brücken zwischen verschiedenen Weltanschauungen zu bauen, hatte mich kontaktiert. Im Austausch am Telefon kamen wir zu dem Entschluss, den Teenies die Erfahrung der Vielfalt religiöser Überzeugungen nahe zu bringen. Wenig später meldete sich eine weitere Lehrerin in dieser Angelegenheit. Wir fanden einen guten Weg, um die Jugendlichen unter neue Horizonte einzuladen. „Ich bin so glücklich, dass du sofort aufgesprungen bist!“ hörte ich die junge Lehrerin sagen. Frieden geht eben immer nur konkret!
Seit Jahren hatten sie den Wunsch zu heiraten, aber das Leben blieb herausfordernd, so dass sie immer wieder verschieben mussten. Jetzt war es soweit. Sie kannten und liebten einander seit über 15 Jahren. Eine kirchliche Hochzeit kam nicht unter ihren Horizont, aber sie hatten um einen Segen gebeten. Um die beiden die Liebe der Kirche unter ihrem Horizont erleben zu lassen, hatte ich zugesagt. In einem schönen Parkambiente fand die Feier statt. Ich versuchte in meiner Ansprache alle Gäste – mit und ohne Zugang zum Glauben – mitzunehmen. Nach der Feier, während die Gäste schon zum Sektempfang gingen, blieb das Brautpaar noch zurück. Mit Tränen in den Augen ließ mich der Bräutigam wissen: „Ich bin so gerührt. Ich habe mich so drin und angesprochen gefühlt, alles hat gepasst. Ich weiß gar nicht, wie ich DANKE sagen soll.“ Ich hielte die Hände der beiden und sagte: „Wisst ihr, wir haben es alle erlebt. Da war eine Friede unter uns, in den sich jeder eingewoben gefühlt hat. Für mich ist es der Friede des auferstandenen Jesus, den er uns versprochen hat.“ Schweigend und tief verstehend standen wir ein paar Augenblicke noch beieinander. Als ich dann der Brautmutter begegnete, sagte sie: „Es ist nur ein Wort, was ich immer wiederholen kann: ‚dankbar, dankbar, dankbar‘.“
Es war ihm zu Hause zu eng geworden. Er musste raus. So entschloss er sich nach einem Aufbaucamp in Bosnien für ein Freiwilliges Soziales Jahr. Als handfester junger Mann entschied er sich danach für eine Ausbildung zum Zimmermann. Erneut zog’s ihn danach als Friedensaktivist in die Ferne nach Zentralamerika. Eines Tages fragte ihn dort ein landloser Bauer nach seiner Geschichte. Er war auf einem Hof groß geworden, den seine Eltern aber vor längerer Zeit schon hatten ruhen lassen. Das konnte der Bauer aus Zentralamerika nicht verstehen. Das Fleckchen Erde, das einer Familie von Gott anvertraut war, galt es wertzuschätzen und zu bebauen, um die eigene Familie davon zu ernähren. Was hätte der landlose Bauer dafür gegeben, ein Stück Land zu besitzen. Diese Haltung ging dem jungen Mann nach. Er verstand, dass er mit einem Biohof seine eigene kleine Verantwortung für eine friedliche und nachhaltige Welt leisten konnte. So studierte er noch Agrar-Wissenschaft und begann, den Hof der Eltern, der 15 Jahre still gelegen hatte, wieder zu bewirtschaften.
Aus diesem Engagement - in eine offene Zukunft hinein - hat sich ein beeindruckender nachhaltig wirtschaftender Biobauernhof und eine Genossenschaft solidarischer Landwirtschaft entwickelt. Darin engagieren sich viele Menschen der Region mit dem Ziel, die soziale Förderung ihrer Mitglieder durch einen gemeinschaftlichen Betrieb zu gewährleisten.
Die Erde ist diesen Menschen heilig. Als Geschöpfe wissen sie sich mit allen Geschöpfen verwoben - in Verantwortung vor dem Schöpfer. Im Brief des Paulus an die Kolosser ist zu lesen: „In ihm (Jesus, der schon vor der Schöpfung war) ist alles geschaffen, was im Himmel und auf Erden ist.“ Damit spricht alles, was uns umgibt, von der DNA Gottes, die es überall zu entdecken gilt. Dazu lädt der Monat Mai, in dem die Natur neu erwacht, in besonderer Weise ein: Entdeck die DNA Gottes!
° Wie gehst du mit der Natur und den Gaben der Schöpfung um?
Denn in ihm ist alles geschaffen, was im Himmel und auf Erden ist. (Kol 1,16)
Ich stieg aus dem Auto, gedankenversunken. Nur schnell noch ein Geschenk einpacken und bei einer Familie vorbeibringen. Da fiel mein Blick auf einen Jungen, den ich schon seit Kleinkindertagen gekannt hatte. Mir kam der Impuls stehen zu bleiben und kurz mit ihm zu reden. Voller Freude nahm er seine Ohrstöpsel ab und schüttelte mir kräftig die Hand. Er machte gerade einen Spaziergang. „Ab und zu mache ich solche Gänge alleine, das ist dann immer gut, um über das nachzudenken, was mich gerade bewegt!“ Ich staunte über seine Reife und ließ ihn das verstehen. „Und was hast du gerade gemacht?“ fragte er. Ich hatte im Baumarkt ein kleines Geschenk für einen Handwerker eingekauft und zeigte es ihm stolz. Es war eine gestanzte Blechplatte mit einem coolen Handwerkerspruch. Als wir ihn lasen, mussten wir richtig lachen. „Wie schön, dass wir uns begegnet sind,“ sagte mir der junge Bursche und ging dann weiter seines Weges.