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Ich bin glücklich!

Liebe Freunde des Wortes, das Thermometer war weit über 40° geklettert. In einer internationalen kleinen Band wurde die Musik für ein Abschlusskonzert vorbereitet. Das musikalische Können der einzelnen war sehr verschieden, Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit wurden auch sehr unterschiedlich gelebt. Für den hoch engagierten Leiter der Band war das eine große Herausforderung. Abends erzählte er: „In einem Augenblick des Tages war ich so fertig und auch enttäuscht, dass mir die Tränen kamen. Den ganzen Tag über hatte ich das Motto ‚Start again‘ gelebt. Ein Lied war noch nicht gut genug geübt. – Start again! Ein Band-Mitglied kam zu spät zur Probe. Und wir hatten die ersten Lieder schon geübt. – Start again. – Ein Notenständer fiel um und unterbrach die Probe. – Start again. Und jetzt, wo ich spüre, ich hab alles gegeben und weiß nicht, ob der Auftritt gelingen wird? – Start again!“ Mich nicht festbeißen an Enttäuschungen und Verurteilungen, an Verletzungen oder am Fehlverhalten anderer, das ist alles andere als leicht! Das ist Hoch-Leistungs-Sport für die Seele. Wie mag es Petrus ergangen sein. Als rauer Geselle arbeitete er im Team mit seinem Bruder Andreas, mit Jakobus und Johannes. Die letzteren beiden hatten einen Spitznamen abbekommen - „Donnersöhne“ wurden sie genannt. Wie es da bei der Arbeit auf den Booten am See Genezareth zugegangen sein mag, kann sich jeder in seiner Phantasie ausmalen. Da wird manches harte und verletzende Wort gefallen sein. Irgendwann schien’s Petrus genug gewesen zu sein und so fragte er Jesus: „Wie oft muss ich meinem Bruder vergeben? Siebenmal?“ Das wär ja schon viel! Und dann hört er die Antwort Jesu: „Nicht siebenmal, sondern siebenundsiebzigmal!“ Also: Vergebung ist bei Jesus eine „never-ending-story“! Bei ihm gilt: Hör nie auf zu vergeben! – Don’t stop forgiving! Wer so lebt, täglich neu, ist echter Bote des Friedens. Er gibt dem Frieden ständig eine Chance! Haben wir den Mut, nie aufzuhören neu anzufangen: Fang neu an! Start again! für das go4peaceTeam Meinolf Wacker

Liebe Freunde des Wortes! Mit drei Kindern - das Kleinste war noch im Kinderwagen – hatte sie sich auf den Weg zum Kindergarten gemacht. Einen Teil des Weges musste sie mit der Straßenbahn fahren. Mit einer Hand schob sie den Kinderwagen auf den Bahnsteig, an der anderen Hand hielt sie die beiden anderen Kinder. Stress pur! Die Zugführerin sah sie im Spiegel kommen. Und dennoch fuhr sie ihr vor der Nase weg. Die junge Studentin war total enttäuscht und sauer. In ihr kochte es. Sie drohte zu explodieren… In dieser Situation kam eine ältere stark sehbehinderte Frau auf sie zu und bat um Hilfe. „Im ersten Augenblick wollte ich sie abweisen. Aber aus irgendeinem Grund hab ich mich entschieden, ihr dennoch zu helfen,“ erzählte die junge Frau. „Die ältere Frau gab mir Geld, so dass ich ihr ein Ticket kaufen konnte. Als ich es ihr aushändigte, schaute sie mich an und sagte: ‚Sie haben ein so freundliches Wesen. Danke, dass sie mir sofort geholfen haben, obwohl sie die drei Kinder bei sich hatten.‘ Dann reichte sie mir einen 5 € Schein und bat mich, ihn zu nehmen. Ich war total perplex und verwundert. Auf einmal war mein Groll verfolgen. Diese Begegnung begleitete mich den ganzen Tag und mein Herz war wieder froh.“ Oft lädt uns die Frage eines anderen ein, stehen zu bleiben. Jesus hat die gleiche Erfahrung vor den Toren von Jericho gemacht. Ein Blinder hatte laut nach ihm gerufen. So war Jesus stehen geblieben. Er lebte diesen Augenblick mit dem Blinden und tat, was gerade dran war. Er heilte ihn. Die Studentin hatte den Mut gehabt, stehen zu bleiben und der Bitte der alten Frau nachzukommen. Sie hatte sich nicht von negativen Gefühlen herunterziehen lassen, sondern hatte sofort wieder begonnen zu lieben. Oft lohnt es, kurz stehen zu bleiben im Galopp des Alltags und dann mit Entschiedenheit den Augenblick zu leben, der gerade dran ist. Der kurze Stopp bringt uns oft zurück auf den Weg des Friedens. – Bleib stehen! – Stop! für das go4peaceTeam Meinolf Wacker

Liebe Freunde des Wortes, mit 6 Fahrzeugen waren wir in einer Kolonne auf dem Weg zum Balkan. Das Wetter verschlechterte sich zusehends. Wir waren mitten in Österreich – tief in der Nacht. Relativ plötzlich brach ein Unwetter über das Land herein. Innerhalb kurzer Zeit standen Straßen unter Wasser. Autobahnen wurden gesperrt. Unsere Fahrzeug-Kolonne wurde auseinander gerissen. Wir fuhren auf einen Parkplatz und warteten. Wie sollten wir die anderen Fahrzeuge wiederfinden? Handys und Navis gab es noch nicht. Wir konnten nur aushalten, was gerade geschah. Uns blieb, was Dietrich Bonhoeffer in schwieriger Zeit gesagt hatte: „Unser Christsein wird nur in zweierlei bestehen: Im Beten und im Tun des Gerechten unter den Menschen!“ Wir beteten für all die Jugendlichen in den Autos und für die Fahrer. Als der Regen nachließ, fuhren wir vorsichtig weiter. Hunderte Kilometer weiter trafen wir – wie von einer liebenden Hand gesteuert – auf einem Parkplatz alle Fahrzeuge wieder. In solch eine Lebenssituation waren auch Maria und Josef gestoßen worden. Mit ihrem 12-jährigen Sohn Jesus waren sie nach Jerusalem gepilgert. Auf dem Rückweg verloren sie ihn. Sie dachten, er sei bei seinen Verwandten. Als sie ihn nach einer Tagesreise dort nicht fanden, kehrten sie nach Jerusalem zurück und suchten ihn dort drei weitere Tage. Nach insgesamt vier Tagen fanden sie ihn. Wie schwer ist es, Ungelöstes auszuhalten und nicht verrückt zu werden – vor Angst und Sorge. Wenn wir in solchen Augenblicken die Situation betend vor Gott tragen und das jeweils Rechte und Naheliegende tun, hilft das unserem Herzen, wieder in Frieden mit sich zu finden. Und auf einmal können wir vertrauensvoll zulassen, was gerade geschieht. Lass es zu! - Let it happen! für das go4peaceTeam Meinolf Wacker

Liebe Freunde des Wortes! Mehrfach hatte sie als Studentin, die aus einem armen Land stammte, bei der Ausländerbehörde schwierige Erfahrungen machen müssen. Mehrfach war sie wegen fehlender Unterlagen kalt abgewiesen worden. Es war jedes Mal ein Kreuzweg für sie, ihr Studentenvisum für ein Jahr verlängern lassen zu müssen. Und auch dieses Mal schien etwas zu fehlen. Kalt wurde sie abgewiesen – mit einem verächtlichen Blick wegen ihres Herkunftslandes. Weinend verließ sie das Gebäude. Aber sie hatte nicht verstanden, was nun wirklich noch fehlte. Ihr Lebensmotto kam ihr in den Sinn: „Gib nicht auf! Don’t give up!“ Sie nahm all ihren Mut zusammen und ging nochmals in das Gebäude. Dieses Mal war die Mitarbeiterin freundlicher und es zeigte sich, die junge Frau hatte bereits alle Unterlagen, die sie benötigte. Ähnlich erging es einer kanaanäischen jungen Mutter, deren Tochter schwer krank geworden war. Sie brauchte Hilfe. Die junge Frau hatte von Jesus gehört. Sie ging zu ihm und schrie in aller ihrer Not und Verzweiflung um Hilfe. Jesus reagierte hart und abweisend, da er sich anfangs nur um seine jüdischen Leute gekümmert hatte. Er sagte zu der jungen Mutter: „Es ist nicht recht, das Brot den Kindern wegzunehmen und den Hunden vorzuwerfen!“ Aber die junge – in den Augen Jesu – heidnische Frau ließ sich nicht einschüchtern. Sie gab nicht auf. Sie nahm die Worte Jesu auf und sagte ihm: „Ja, du hast recht Herr. Aber selbst die Hunde bekommen von den Brotresten, die vom Tisch ihres Herren fallen.“ (Mt 15,27) Dieser Glaube, der nicht aufgibt und dran bleibt, rührte Jesus so sehr, dass er sagte: „Frau, Dein Glaube ist groß! Was Du willst, soll geschehen!“ Die Tochter wurde geheilt. Leben will oft erkämpft sein. Vieles fällt uns nicht automatisch zu. Es verlangt Einsatz und Geduld. Wer auch unter Schwierigkeiten nicht aufgibt, zeigt eine seelische Kraft, die Herzen berührt und in Bewegung bringt. Wer beharrlich dran bleibt, gibt dem Frieden eine echte Chance – im eigenen Herzen und im alltäglichen Miteinander. Gib nicht auf! – Don’t give up! für das OnWordTeam Meinolf Wacker