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Monatsimpuls - 02/2026

Horch auf deine innere Stimme!

Wo ist dein Ort und wann ist deine Zeit, um intensiv auf mein Herz zu horchen?

In ihrer Familie waren Gott und Kirche kaum vorgekommen. Ihr Vater war schon früh nicht mehr da. Als Kind hatte sie eine Sehnsucht gehabt, wenigstens am Weihnachtsfest zum Gottesdienst zu gehen. Aber ihre Mutter hatte sich nie dazu entscheiden können. Die Flamme der Sehnsucht, mit Gott zu leben, war jedoch in ihrem Herzen nie erloschen. Im Gegenteil. Sie hatte immer auf ihre eigene Art und Weise mit Gott gelebt und sich in vielen Situationen betend an ihn gewandt.

Auch in einer schweren Krankheit war sie innig im Gespräch mit Gott geblieben. Ob ein normales Leben wieder möglich sein würde, war lange nicht klar. Eines Abends spürte sie den Impuls, sich voller Inbrunst an Jesus zu wenden. „Wenn es dich gibt, dich, an den ich immer geglaubt habe, dann hilf mir in meiner schwierigen Situation!“ In den nächsten Tagen spürte sie, dass es ihr wieder besser ging. Ihr Herz war auf einmal voller Vertrauen. Das ließ in ihr den Wunsch, einen engeren Kontakt zu Glaubenden in der Kirche zu suchen, neu aufflammen.

Sie rief mich an. Wir trafen uns nach einem Gottesdienst auf ein Eis. Lange sprachen wir. Wenige Wochen später gab sie all ihren Schmerz und alles Lastende in die Barmherzigkeit Gottes. Sie spürte einen Frieden, wie lange nicht mehr…

Als Jesus auf dieser Erde lebte, drängte es ihn, immer wieder an einsame Orte zu gehen, um allein zu sein. Dort verstand er in der tiefen Begegnung mit seinem himmlischen Vater, auf sein Herz horchend, seinen Weg. Es ist der Weg, ganz DU-selbst zu werden: Horch auf deine innere Stimme!

Jesus zog sich an einen einsamen Ort zurück, um zu beten. (Lk 5,16)

Monatswort Übersetzungen

Erfahrungen des Monats

Seit Jahren hatten wir uns nicht mehr gesehen. Er – ein Mitbruder – ging auf die 90 Jahre zu. Bei einem Kongress trafen wir uns wieder. Die Freude war groß. Eines abends setzten wir uns zusammen. Er fragte nach dem Weg navi4life, mit dem wir junge Leute auf ihrem Weg zu stärken versuchen. Schritt für Schritt ging er innerlich mit und fragte nach: „Und wie kommt ihr an die Schulen? Und wie überzeugt ihr die Lehrerteams? Was macht ihr dann mit den Jugendlichen? Wie reagieren sie?“  Ich staunte über seine innere Wachheit und sein lebendiges Interesse. Ich erzählte von unserer Arbeit an Brennpunkt-Schulen. Als wir uns am Ende des Kongresses verabschiedeten, strahlte er mich an und ließ mich wissen: „Eure Arbeit in den Brennpunkten dieser Zeit habe ich besonders im Herzen. Dafür werde ich beten und leben!“

In einer Mail las ich: Meine Chefin hat sich das Bein gebrochen und musste im Krankenhaus bleiben. Sie fällt mindestens für längere Zeit aus, was eine hohe Arbeitsbelastung für unser Team bedeutet. Gesten habe ich sie besucht. Wir haben allerlei geplaudert und ich habe sie gefragt, ob es ok sei, wenn eine gläubige Freundin einmal unseren Betrieb anschauen würde. „Na klar“, war ihre Antwort. "Woher kennen Sie sie?“ Und schon entwickelte sich ein Gespräch, in dem ich zum ersten Mal sagen konnte, dass ich Christin bin, viele Fragen an die Kirche habe, meinem Glauben aber treu geblieben bin und auf der Suche nach neuen Formen, ihn zu leben, sei. Gebannt hörte sie zu und dann ihre Antwort: „Mir geht es genauso.“ Ich war platt, das hatte ich nicht vermutet, Gott war noch nie ein Thema zwischen uns. Dann fragte sie mich, ob ich ein betender Mensch sei und bat mich – nach meiner bejahenden Antwort - um mein Gebet für sie. „Das bedeutet mir sehr viel!“ fügte sie hinzu. - Wofür nicht auch ein Beinbruch gut sein kann! Mit einer innigen Umarmung haben wir uns verabschiedet und uns zugesichert, füreinander zu beten!

Seit einigen Monaten begleiten wir zusammen mit einer befreundeten Familie drei junge afghanische Frauen auf ihrem oft schweren Weg in ein neues Leben. Sie leben sehr zurückgezogen und mussten große Ängste bewältigen. In Deutschland erlebten sie, dass Menschen, denen sie ihr Vertrauen geschenkt hatten, ihre Notlage ausnutzen wollten. Ihre Offenheit für unsere Kultur und ihr Entschluss, ein selbstbestimmtes Leben zu führen, führte dazu, dass einige Menschen der gleichen Herkunft sie aus ihrer Gemeinschaft ausschlossen. Am zweiten Weihnachtsfeiertag besuchten wir sie, brachten Geschenke und verbrachten einen friedlichen Nachmittag bei ihnen. Unsere Freundin, die auch aus Afghanistan stammt, half bei der Übersetzung und die drei Frauen konnten schon zaghaft ihre neu erworbenen Deutschkenntnisse anwenden. Im Laufe des Nachmittags wurde die Atmosphäre immer entspannter und ihre Augen strahlten. Am Abend erreichte uns eine Nachricht von ihnen: „Es bedeutet uns sehr viel, dass wir nicht alleine sind. Wir kennen sonst niemanden hier richtig. Wir freuen uns immer, dass ihr alle für uns da seid. Danke für alles!“ Das Vertrauen dieser Frauen nach ihren schlimmen Erfahrungen war für uns ein wertvolles Geschenk. Jesus hatte in diesen Momenten seinen Frieden an uns alle verschenkt. Wir freuen uns, den Weg in die Zukunft mit ihnen weiterzugehen.

Ihr Schmerz war immer noch unendlich groß. Vor Wochen hatte sie ihren Ältesten, ihre rechte Hand, durch einen tragischen Unfall verloren. Sie war gläubige Muslima. Ihr Glaube war eine große Stütze. Aber ihr Schmerz und die bohrenden Fragen blieben. Immer wieder hatte ich sie besucht, mit ihren drei verbleibenden Kindern ein wenig gespielt und ihr lange zugehört. Wenn die Kinder ins Spielzimmer gingen, konnte sie ihre Tränen zeigen. Ich weinte mit ihr. Ich hatte ihr und ihren Kindern kleine lustige Figuren und in einer kleinen Vase Schneeglöckchen mitgebracht. Am nächsten Tag erhielt ich eine Botschaft von ihr: „Danke von Herzen für deine Unterstützung und deine Hilfe. Und danke auch für die kleinen weißen Blumen. Ich habe gegoogelt. Sie tragen die Bedeutung eines Neuanfangs in sich. Danke dir von Herzen!“

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