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Monatsimpuls - 07/2026

Ich bin geliebt!

Wann hast du dich schon mal zutiefst geliebt gefühlt?

Voller Zweifel und Unsicherheit hatte sie sich entschieden, in einem unserer Friedenscamps mit dabei zu sein. Ihr einziger Halt war ihr älterer Bruder, der auch mitfuhr. Sonst kannte sie niemanden. Der Weg führte sie in das Land der Herkunft ihrer Eltern nach Osteuropa. Sie war mit starken Selbstzweifeln unterwegs. Stimmungsmäßig bedeutete das für sie viele Ups and Downs.

Da sie neben der Landessprache auch Englisch und Deutsch fließend sprach, wurde sie immer wieder um Übersetzung gebeten. Das gab ihr Auftrieb. Sie fand Zugang zu vielen der Jugendlichen, die aus verschiedenen Ländern teilnahmen. Mehr und mehr erfuhr sie sich als wertvoll und von den anderen geliebt. Und dann kam der Abschluss-Abend mit einem bunten Programm auf dem Marktplatz der Stadt. Sie erlebte eine ungekannte Freude und Leichtigkeit, die ihr Herz tief erfüllte. Sie sang, strahlte und tanzte. Die Freude in ihrem Blick, der den meinen traf, werde ich nie vergessen. Später ließ sie mich wissen: In diesen Augenblicken hab‘ ich mich zutiefst geliebt gefühlt, irgendwie von Gott umarmt. Ich war so glücklich wie lange nicht mehr.

Eine ähnliche Erfahrung ist im ersten Johannesbrief aufgeschrieben. Die ersten Christen dieser kleinen Gemeinde hatten entdeckt, dass sie von Gott geliebt sind, ehe sie es wussten. Und so brach sich die Überzeugung Bahn, einander zu lieben, weil Gott sie zuerst geliebt hat. In dieser Liebe finden wir zu uns selbst. Jeder und jede wird, wie er / sie ist. So gibt dir das Leben, wenn du es mit aller Entschiedenheit lebst, die Erkenntnis: Ich bin geliebt!

° Wann hast du dich schon einmal zutiefst geliebt gefühlt?

Wir wollen lieben, weil er uns zuerst geliebt hat.  1 Joh 4,19

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Erfahrungen des Monats

Der Leiter einer großen weiterführenden Schule rief mich an: „Stell dir vor, gestern hatten wir eine große Konferenz für Schulentwicklung in unserem Stadtteil. Viele Verantwortungsträger der Stadt und der Schulen waren gekommen. Nebenher auch einige Schüler meiner Schule. Auf die Frage, was sich die Jugendlichen auf Zukunft hin an unseren Schulen wünschen würden, kam die Antwort, keinen blassen Schimmer zu haben, wofür das Abitur gut sei. Es ginge doch darum, das Gesamt des Lebens in Blick zu bekommen, es bräuchte eine Wochenstunde, wo es um Lebensführung ginge. Und dann erzählten sie von navi4life. Das wäre total super, aber eben mit zwei Stunden viel zu kurz gewesen. Es wäre sehr sympathisch rüber gekommen und hätte ihnen viel gebracht. So was bräuchte es als Wochenstunde. Bis auf mich kannte niemand deinen Namen und „navi4life“, so dass ich ganz engagiert davon erzählen konnte. Stell dir vor: navi4life wurde in dieser hochoffiziellen Runde von unseren Jugendlichen eingebracht, die ihr so tief berührt und erreicht habt. Ja und noch eins oben drauf: Heute kamen zwei Sechstklässler (!) zu mir und sagten: ‚Das ist total gemein, dass wir navi4life noch nicht machen können. Das muss anders werden.‘Wir wollen doch auch ins Leben finden.“ Was für ein Geschenk am Ende dieses Schuljahres.

Ein Überraschungstag für zwei Schulklassen war angesagt. Die meisten der Achtklässler waren muslimischen Glaubens. Den Lehrenden war es nach einem negativen Vorfall während einer Klassenfahrt wichtig, den Schülern Wege zu eröffnen, sich mit kultureller und religiöser Vielfalt auseinanderzusetzen. So hatte ich sie zu einer Kirchenführung eingeladen. Die erste Klasse kam an. Ich empfing sie sehr herzlich vor der Kirche. Anspannung war in den Augen der Lehrer*innen zu spüren. Ich hatte mir vorgenommen, viele persönliche Erfahrungen, die ich mit muslimischen Gläubigen gemacht hatte, zu teilen. Innerhalb weniger Augenblicke, entstand so ein Klima hoher Aufmerksamkeit und tiefen Vertrauens. Die Jugendlichen begannen Fragen zu stellen, nach dem christlichen Glauben und nach verschiedenen Gegenständen in der Kirche. Eine unerwartete Freude und Leichtigkeit wuchs. Zum Abschluss lud ich sie in ein großes Zelt ein, das in unserer Kirche steht und las das Gebet einer Muslima vor, das sie mir anvertraut hatte. Heilige Augenblicke. Ich lud alle Anwesenden ein, noch ein Wort auszusprechen, das sie jetzt im Herzen spürten.  Eine Lehrerin begann: „Erleichterung“ – die Jugendlichen nahmen den Ball auf: „Dankbarkeit“ – „Erstaunen“ – „Freude“… Dann verabschiedeten wir uns. Nach wenigen Augenblicken kam drei Mädchen nochmals zurück in die Kirche. Unter ihren Kopftüchern strahlten mich sechs Augen an: „Wir wollten dir nochmals DANKE sagen, es war so schön mit dir!“

Während der Ferienzeit haben wir seit einigen Jahren einen Priester aus Nigeria als Urlaubsvertretung.  Am Dienstagabend hatten wir kurzfristig unsere Gemeinde zu einem Afrika-Abend eingeladen. Einige Leute hatten afrikanisches Essen vorbereitet.  An diesem Abend fand sich eine bunte Gemeinschaft zusammen. Menschen aus verschiedenen afrikanischen Ländern, einige Jugendliche, Alteingesessene. Alle saßen bunt gemischt an den Tischen, ein Bild, was ansonsten in unserer Gemeinde selten zu sehen ist. Nach dem Essen erzählte der Priester noch von seiner Arbeit in Nigeria. Menschen spendeten spontan für seine Arbeit. Mit dem Erlös wird er Familien in seinem Heimatland unterstützen. Er war sehr glücklich und dankbar. Wie gut, dass wir diesen Abend realisieren konnten. Neue Beziehungen untereinander sind gewachsen und zudem noch eine Nähe zu Nigeria.

Es war heiß, sehr heiß. Die Hitze stand in den Fluren der Schule. Mit Jugendlichen – kurz vor dem Abi – hatte ich gute und gewinnbringende Zeit mit navi4life verbringen können. Der zweite Kurs schloss sich nahtlos an. Die Schüler kamen aus über 20 Ländern der Erde. Ein junger Mann mit Bart fiel mir auf. Schnell fasste er Vertrauen zu mir. Behutsam fragte ich nach seinen Zukunfts-Ideen. Er begann zu erzählen – vor der ganzen Klasse. Er war als unbegleiteter Minderjähriger mit acht Jahren nach Deutschland gekommen, hatte in einem Kinderheim und dann in einer Familie gelebt. Die Frage nach seinem Glauben war ihm ins Herz gekommen. So hatte er ein Jahr lang den Koran studiert und Arabisch gelernt. Ich ließ ihn verstehen, wie sehr mich das Zeugnis seiner so ehrlichen Suche nach Gott berühre. Ich spürte ein tiefes Glück in seinen Augen. Als wir im Kursverlauf weitergingen, stand er auf und kam nach wenigen Augenblicken wieder und brachte eine Flasche Wasser und ein Glas. Seine wachsame Konkretheit rührte mein Herz.

navi4life – gleich zwei Durchgänge an einem Tag – und das an einer Brennpunktschule. Mit vielen persönlich geteilten Erfahrungen hatte ich den Eindruck, dass wir die Herzen der Jugendlichen, gerade in der Oberstufe angekommen, erreicht hatten. Ich hatte noch die Evaluation zusammen gestellt und war erfreut, wie viel Konkretes die Jugendlichen gelernt und rückgemeldet hatten. Und dann erreichte mich kurz vor Mitternacht noch die Botschaft des Rektors: „Die Jugendlichen waren total begeistert. Das zeigen sehr eindrucksvoll die Ergebnisse der Evaluation. Einige Schüler waren heute bei mir und haben sich bedankt, dass die Schule Ihnen navi4life ermöglicht hat. Stell dir vor: Sie möchten navi4life als einstündiges Unterrichtsfach einführen und wollten wissen, ob so etwas geht. Ihr habt wirklich die Herzen der jungen Menschen erreicht. Was für ein großartiger Erfolg….. Tausend Dank dafür, dass du unermüdlich an unserer Seite stehst. Es macht mich so glücklich, die strahlenden Augen unserer Schüler zu sehen und es macht mich sehr glücklich, dass wir uns begegnet sind.“

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