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Monatsimpuls - 09/2026

Hab Mut!

Bist du bereit, der Unruhe deines Herzens zu trauen und zu folgen

Nach langer Zeit ergab sich die Gelegenheit zu einem abendlichen Spaziergang. Sie spürte, dass das Leben sie drängte, weiterzugehen. Vor Wochen hatte sie einen großen Karton in Händen gehalten und den inneren Impuls verspürt: „Wirf ihn nicht weg!  Du wirst ihn bald gebrauchen können.“ Wenig später hatte sie von einem Umzug geträumt. An ihrer Arbeitsstelle, an der sie viel gelernt hatte, zeigte sich keine Möglichkeit zur beruflichen Weiterentwicklung. Sie war bewegt von dem Gedanken, in eine größere Stadt zu ziehen. So fand sie – scheinbar gegen alle Vernunft - den Mut zu kündigen, ohne eine neue Arbeitsstelle zu haben. Das bedeutete für sie, für eine ungewisse Zeit zwischen zwei Welten zu leben, ihrer alten und der neuen Stadt, in der sie noch nichts hatte.

„Ich hab gemerkt, ich muss das machen,“ ließ sie mich wissen, „auch wenn mir alle davon abgeraten haben. Ich will mich doch weiter entwickeln, will was Großes aus meinem Leben machen. Mein Herz hat mir Mut gemacht, diesen Schritt zu wagen! Als ich das Kündigungsschreiben abgeschickt hatte, war mir schon ein wenig mulmig zu Mute, aber in der Tiefe meiner Seele war mir klar, dass es richtig ist!“ Ich staunte, wie sehr meine junge Gesprächspartnerin an ihrem eigenen Herzen dran war, ihm traute und sich mutig gewagt hatte. Mittlerweile ist sie seit einem halben Jahr in der neuen Stadt. Sie hat eine gute  Arbeitsstelle gefunden und sagt von sich: „Ich bin angekommen!“

Oft spüren wir eine tiefe innere Unruhe in unseren Herzen, die uns mahnt, nicht einfach so weiter zu machen wie bisher. In diesem Drängen ist Gott am Werk. Er lädt uns ein, dieser Unruhe zu trauen und uns von ihr bewegen zu lassen. Und wenn wir uns dann neu aufmachen und Neuland unter die Füße nehmen, gilt uns die Zusage Jesu, alle Wege mit uns zu gehen. Das kann Gelassenheit und Mut in uns wachsen lassen. Sei dir gewiss, das Leben meint es gut mit dir. Also: Hab Mut!

° Bist du bereit, der Unruhe deines Herzens zu trauen und zu folgen?

Seid gewiss, ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt. (Mt 28,20)

Monatswort Übersetzungen

Erfahrungen des Monats

 Plötzlich wurde die Autobahn beidseitig gesperrt. Ein Kran drohte auf die Fahrbahn zu stürzen. Das bedeutete – am Freitagnachmittag – zwei Stunden Stau. Dann wurden alle Fahrzeuge auf Nebenstrecken geleitet. Vielfach nur einspurig befahrbar. Der Weg führte durch einsame Waldgebiete, die plötzlich voller Autos waren. Es regnete und wurde langsam dunkel. Da ich mein Ziel an dem Tag nicht mehr erreichen konnte, entschied ich umzukehren. Alles war verstopft und versperrt. Nach sieben Stunden Suche hielt ich an einem kleinen Parkplatz an und suchte erneut nach einem Ausweg. Vier andere Fahrzeuge fanden sich neben mir ein, alle in der gleichen verzweifelten Lage. „Ich komme nicht mehr nach Hause!“ weinte ein Mädchen. Wie ein Engel kam ein Einheimischer vorbei. Er hatte auch alle Wege, die ich gefahren war, ausprobiert. Nichts war gegangen. Mir kommt noch eine letzte Möglichkeit über eine sehr enge Straße, die nicht eingezeichnet ist, in den Sinn. Wir fuhren hinter ihm her – dunkel, glitschig, regnerisch, kurvenreich … Nach über einer halben Stunde ungewisser Fahrt durch riesige Wälder, erreichten wir eine Hauptstraße. Ich sah einen mir bekannten Ort ausgeschildert, der schon jeweils der Sperrung der Autobahn lag. Der Weg ging weiter. Nach über 8 Stunden Stau war kam ich wieder zu Hause an. Geführt, dankbar und glücklich.

Vergebung war das Thema des Sonntags. Wie oft geschieht es, dass wir Menschen auf den Mond schießen wollen, fragte ich in meiner Predigt. Und dann ging es um Wege, wie es uns gelingen kann, den Mond wieder zu „entvölkern“. – Basis jeglicher Vergebung ist die Entdeckung, unendlich geliebt zu sein. Gott hat mir, der ich gerade über jemanden den Stab breche, bereits all meine Schuld vergeben, er hat mir 10 000 Talente Geldschuld - ca. eine Milliarden Euro – erlassen. Wer das entdeckt, wird fähig, wirklich zu verzeihen. Mit ein paar konkreten Erfahrungen war es gelungen, diesen Weg des Verzeihens aufleuchten zu lassen. Abends las ich in einer Nachricht: „Ich freue mich auf den nächsten Vollmond, weil ich all die, die ich auf den Mond geschickt habe, wieder zur Erde beordert habe. So werde ich einen wunderbaren ungetrübten Blick auf die leuchtende Kugel des Mondes haben.“

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