Nur wer losgeht, kommt an!
Welche Erfahrungen sind dir geschenkt worden, weil du den Mut hattest, loszugehen?
Mit einer größeren Gruppe Jugendlicher hatten wir uns am Tiny House in unserem Garten zu einem bunten Nachmittag getroffen. „Entscheide dich, glücklich zu sein!“ war das Motto der gemeinsamen Stunden, in denen die Jugendlichen vielfältige persönliche Impulse bekamen und sich in kleinen selbstgewählten Gruppen dazu austauschten. Es war viel Leben zu spüren. Am Ende der Zeit luden wir einzelne Jugendliche ein, vor einer Kamera zu erzählen, was ihnen der Nachmittag bedeutet habe.
Ein Jugendlicher war sofort bereit zu erzählen. Er hatte unter anderem in seiner Kleingruppe an der Übung teilgenommen, den anderen Gruppenmitgliedern zu sagen, was sie aneinander als positiv und bewundernswert wahrgenommen hatten. Strahlend stellte er sich vor die Kamera und sagte: „Ich bin so froh, dass ich heute gekommen bin. Denn ich habe gespürt, dass die anderen viel positiver von mir denken, als ich mich selber sehe. Das hat mich richtig froh gemacht. Mir ist klar geworden, dass ich nicht immer so ängstlich darüber denken soll, wie mich andere Leute sehen.“
Es lohnt sich, immer neu aufzubrechen und so neue Erfahrungen zu sammeln. Jede Begegnung ist eine Einladung, auf neue Weise lebendig zu werden! Diese Erfahrung hat den jungen Teenie richtig beflügelt.
Als sich ein junger Mann voller Lebenshunger Jesus näherte und mit ihm ein Gespräch begann, schaute ihn Jesus an und gewann ihn lieb. In solchen Begegnungen wachsen wir – oft über uns selbst hinaus. Dieser Monat lädt dich ein, immer neu aufzubrechen, denn es gilt: Nur wer losgeht, kommt an!
° Welche Erfahrungen sind dir geschenkt worden, weil du den Mut hattest, loszugehen?
Jesus sah ihn an und gewann ihn lieb. (Mk 10,21)
Monatswort Übersetzungen
Erfahrungen des Monats
Ermutigend
Sie war die jüngste Teilnehmerin bei einer internationalen Konferenz. Für ihre Organisation hatte sie sich allein auf den Weg gemacht und erlebte erstmalig solch ein internationales Meeting. Ich spürte, wie sehr sie in einigen Zeitfenstern gestresst war. Sie verließ einige Male den großen Saal. Ich warf ihr immer wieder kurze ermutigende und starkmachende Worte zu. Am letzten Tag kamen wir in einer Austauschrunde zusammen. Ich erzählte ein wenig von unserem Netzwerk go4peace. Mittags saßen wir im Speisesaal beieinander. Ich ließ sie verstehen, wie sehr ich ihren Mut schätze, allein gekommen zu sein und ich erzählte ihr von meiner Arbeit im Projekt navi4life mit jungen Leuten. „Wahnsinn, dass du dich in deinem Alter noch so für uns als junge Generation einsetzt. Und – um ehrlich zu sein, ich kenne kaum jemanden der älteren Generationen, der mich / uns so gut kennt und versteht und der so ehrlich mitgeht und mitleidet. Weißt du, deine Art, auf alle Menschen hier in der Konferenz zuzugehen und mit ihnen Kontakt zu suchen, hat mir geholfen zu bleiben. Ich weiß nicht, ob ich es sonst geschafft hätte.“
Es lohnt!
In einer internationalen Konferenz kamen unterschiedlichste Meinungen zum Thema „Evangelisierung“ ins Gespräch. Eine Gruppe, die einen wenig frei lassenden Ansatz vertrat, hatte große Redeanteile im Programm und den sich anschließenden Diskussionen. Mehrfach versuchte ich vorsichtig eine weitere Sicht einzuspielen. In den Pausen entschied ich mich, einzelne Verantwortungsträger offen auf das Thema anzusprechen und ihnen mein Unbehagen mitzuteilen. Ich hatte nicht erwartet, dass mehrere der Angesprochenen meine Bedenken teilten. Alle Versuche, es in der Gesamtrunde einzuspielen, misslangen. Ich spürte eine Enttäuschung in mir, die ich auch ins Wort brachte. Ich blieb im Gespräch. Einige Tage nach dem Ende der Konferenz durfte ich in einer Antwort-Mail lesen: „Auch ich denke oft an unser Treffen und die wunderbaren Gespräche zurück, die wir geführt haben. Ich habe deine Kritik sehr geschätzt, und du hattest wirklich recht. Ich habe das mit meiner Organisation besprochen, und wir machen uns Gedanken darüber, in welche Richtung sich unser Weg in Zukunft entwickeln wird. Du hast mich also tatsächlich dazu inspiriert, darüber nachzudenken.“
Langzeitwirkungen
In einem ökumenischen Schulgottesdienst der Klassen 5 und 6 einer weiterführenden Schule sah ich nach längerer Zeit zwei kleine Mädchen, die mit ihren Müttern aus der Ukraine geflüchtet waren. In den ersten Jahren ihrer Zeit in unserer Stadt hatten wir viel Kontakt gehabt. Als die beiden mich sahen, kamen sie und umarmten mich sehr herzlich. Als ich dann später eine kurze Ansprache zu halten hatte, sprang die eine der beiden unvermutet auf und umarmte mich nochmals und ihre Freundin tat das ebenfalls, was zu einer sehr leichten Atmosphäre im Gottesdienst führte. – Als ich nachmittags in einem Supermarkt noch einen Einkauf machen wollte, bremste auf dem Parkplatz vor dem Geschäft ein Wagen sehr abrupt und eine junge Studentin, die ich ebenfalls lange nicht gesehen hatte, sprang aus dem Wagen: „Ich freue mich so sehr, dass wir uns sehen, ließ sie mich wissen.“ Wir redeten ein paar Augenblicke miteinander, während ihre Mutter im Auto wartete und als wir uns verabschiedeten, sagte sie: „Wie schön! Ich bin jetzt richtig glücklich!“
Reich beschenkt
Ich hatte meine Mutter zu einem herbstlichen Ausflug eingeladen und am Ende einen Cappuccino versprochen. Wir fuhren durch wunderbar bunt gefärbte Herbstlandschaften und ich spürte, wie sehr sie sich über all diese Eindrücke freute. Als wir in der kleinen Stadt, die wir anfahren wollten, ankamen und ich mit ihr – 91jährig – an meinem Arm zu dem Café ging, war es – entgegen der Meldung im Internet - leider geschlossen. Langsam gingen wir zurück zum Auto. Mir kam die Idee, noch zu einem hochgelegenen Dorf zu fahren, wo sie früher gern gewesen war. Gesagt getan. Als wir dort ankamen, parkte ich vor einem einfachen Hotel. Wir hatten nicht erwartet, dass es noch in Betrieb war. Entgegen unserer Erwartung bekamen wir dort einen leckeren Cappuccino und ein sehr lebendiges Gespräch mit dem Wirt entspann sich. Als wir gingen, sagte meine Mutter. „Was war das für eine schöne Begegnung. Gut, dass das erste Café geschlossen war.“

















































